95 Senioren wohnen im Haus am Park

Mathias Daniel
| Lesedauer: 3 Minuten
Ursula Rennebach fühlt sich wohl im Seniorenheim und genießt ihr individuell eingerichtetes Zimmer.

Ursula Rennebach fühlt sich wohl im Seniorenheim und genießt ihr individuell eingerichtetes Zimmer.

Foto: Mathias Daniel

Nordhausen.  Seit 25 Jahren ist das Seniorenheim in der Bochumer Straße in Nordhausen ein Ort, an dem betagte Menschen wieder aufblühen.

Schon beim Betreten des Geländes fällt die gelungene Außengestaltung auf. Sie vermittelt: Hier im Seniorenheim „Haus am Park“ ist man willkommen, hier kann man sich wohlfühlen.

Es ist nicht zu sehen, dass es sich um das älteste Seniorenheim der drei unter dem Dach von Soweno handelt. Im April hatte die Einrichtung ihr 25-jähriges Jubiläum, berichtet Heimleiter Holger Bierau.

Der erste Eindruck von außen setzt sich im Gebäude fort. Alles strahlt Wärme und Behaglichkeit aus. Im Teich des lichtdurchfluteten Atriums ziehen Kois ihre Kreise. „Es ist nicht das neuste Haus, aber es hat einen familiären Charakter“, meint Bierau. Der Wohlfühlfaktor sei den Bewohnern deutlich anzumerken.

Es gibt einen Senior und auch einige Mitarbeiter, die von Anbeginn dabei sind – 25 Jahre. Ehemals befand sich in dem Gebäudekomplex ein Kindergarten. Jetzt bekommen hier 95 Menschen in vier Wohnbereichen der Pflegegrade zwei bis fünf Betreuung, Pflege und Fürsorge. Sie genießen das Miteinander. So wie Ursula Rennebach, die seit acht Jahren im „Haus am Park“ ihr Zuhause gefunden hat. Seitdem sei sie aufgeblüht, sagt sie selbst, während sie emsig häkelt. „Zu Hause fühlte ich mich allein.“

Die Seniorin wirkt agil. „Seit ich hier bin, gehöre ich zum Bewohnerbeirat“, sagt sie. Es gebe immer etwas zu regeln. Sie fungiere als Bindeglied, kümmere sich gerne und schaue, wo es klemmt. Es sei ein fruchtbares, gelebtes Miteinander zwischen dem Personal und den Bewohnern. Sommerfeste, Krippenspiel, Herbstfest, Fasching und die tägliche Zeitungsschau ermöglichen Abwechslung und Höhepunkte, soweit die Pandemie dem nicht entgegensteht.

Einzel- und Doppelzimmer bieten Rückzugspunkte, Aufenthaltsbereiche das gesellige Zusammensein. In der unmittelbaren Umgebung sind Ärztehaus, Einkaufsmöglichkeiten, Haltestellen der Harzer Schmalspurbahnen und Bushaltestellen zu finden. „Der nahe Stadtpark und das Zorgeufer ermöglichen Spaziergänge“, berichtet Holger Bierau. Das Essen kommt aus dem „K 12“, der trägereigenen Großküche in Nordhausen-Ost. Aktuell 75 Frauen und Männer arbeiten in der Hauswirtschaft, Verteilerküche, Raumpflege und Betreuungs- oder Behandlungspflege.

Für bürokratische Erleichterung sorge das seit 2017 zur Anwendung kommende Strukturmodell, erklärt Bierau. Es reduziere den Dokumentationsaufwand deutlich, setze auf fachliche Kompetenz und Einschätzungsvermögen statt auf ein bis dahin angewandtes umständliches und nicht immer den tatsächlichen Zustand der Senioren widerspiegelndes Punktesystem. So bleibe mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben und das Zwischenmenschliche. Man sei gut aufgestellt, spüre jedoch die sich anspannende Lage bei der Fachpersonalsuche. „Alle Bewohner sind geimpft.“, freut sich der Heimleiter.

Als die Besuche von Angehörigen im Seniorenheim während des Lockdowns unmöglich waren, sorgten iPads für zumindest virtuelle Kontakte per Video zu den Lieben. Corona beeinträchtigt nicht nur das Zwischenmenschliche, sondern sorgt für einen beträchtlichen Mehraufwand. Drei Tests wöchentlich stehen für das Personal auf dem Programm, einer für die Senioren.