Aldi plant zweiten Neubau in Nordhausen

Nordhausen.  Mit Marktschließungen hatte Aldi vor Jahren Schlagzeilen gemacht, jetzt wird investiert. Das Unternehmen plant in Nordhausen weiterhin mit drei Standorten.

Der Aldi-Markt in Nordhausen-Nord soll einem Neubau weichen.

Der Aldi-Markt in Nordhausen-Nord soll einem Neubau weichen.

Foto: Kristin Müller

Mit Marktschließungen hatte Aldi vor Jahren Schlagzeilen im Südharz gemacht: 2015 traf es den Discounter in Bleicherode, ein Jahr später zog sich der Konzern aus Niedersalza zurück. Nahezu zeitgleich hatte Aldi damals seinen erweiterten Markt in der Bochumer Straße wiedereröffnet.

Aldi will am Uthleber Weg und im Stadtteil Nord neu bauen

Diese Investition soll nur der Anfang gewesen sein: Aldi will an seinen anderen beiden Nordhäuser Standorten am Uthleber Weg und im Stadtteil Nord neu bauen: „Wir sind bereit, in zwei Märkte zu investieren und planen in Nordhausen weiterhin mit drei Standorten“, erklärt Axel vom Schemm, Sprecher der ALDI Einkauf GmbH & Co. OHG. Dies geschehe im Zuge der Modernisierung des gesamten Aldi-Nord-Filialnetzes.

Erst im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss hatte Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbands und Eigentümer des Gewerbegebiets am Uthleber Weg, ein anderes Szenario entworfen: Wenn sich Aldi zu einer weiteren Schließung durchringe, meinte er, schaue der Discounter auf den Umsatz: „Der Standort mit dem geringeren Umsatz fliegt.“ Minuten zuvor hatte Neu eindringlich dafür geworben, dass die Stadträte von der Stadtverwaltung das Aufstellen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans einfordern, um den Aldi-Neubau an der südlichen Stadtausfahrt zu ermöglichen.

Der aktuelle Bebauungsplan nämlich erlaubt nicht einmal eine Erweiterung des Bestandbaus, weil er keinen Einzelhandel an dem Standort vorsieht.

Neubau soll ohne fossile Brennstoffe auskommen

Anders die Situation in Nordhausen-Nord: Hier wurde das Rathaus selbst aktiv, um Aldi den Weg für einen Neubau zu ebnen. Schließlich trage ein solcher „zur Zukunftsfähigkeit des Standorts“ bei, ist im Zentren- und Einzelhandelskonzept der Stadt zu lesen. Nicht zuletzt: Die Rolandstadt soll vor allem im Norden wachsen: Neben den beiden Mehrfamilienhäusern der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), die aktuell in moderner Plattenbauweise entstehen, soll unter anderem auf dem Areal des Garagenkomplexes gegenüber der „Schönen Aussicht“ Platz sein für 60 bis 70 neue Einfamilienhäuser.

Aldi hatte 1999 den Markt in Nordhausen-Nord eröffnet – die Baugenehmigung durfte es damals ohne Bebauungsplan geben. Nun, da die Verkaufsfläche von 749 auf rund 1200 Quadratmeter wachsen und der Baukörper deutlich größer ausfallen soll, stehen die Dinge anders. Ein Planentwurf ist deshalb im Rathaus in Arbeit, noch im vierten Quartal dieses Jahres soll der Stadtrat hierüber befinden, soll Behörden, Verbänden und Bürgern die Möglichkeit der Stellungnahme eingeräumt werden, informiert Stadtentwicklungsamtsleiter Martin Juckeland.

Lebensmittelmarkt soll näher an den SWG-Achtgeschosser in der Stolberger Straße heranrücken

Nach seinen Informationen soll der Lebensmittelmarkt näher an den SWG-Achtgeschosser in der Stolberger Straße heranrücken und so ausgerichtet sein, dass er fußläufig besser erreichbar ist. Für Pkw sind 80 Parkplätze vorgesehen. Wie Aldi-Sprecher Axel von Schemm weiter mitteilt, soll der neue Markt breitere Gänge haben und ein vergrößertes Angebot an frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren ermöglichen. Hinter der Backwarenauslage sei ein Backraum geplant. Der Pfandautomat soll nahe des Eingangs Platz finden.

Dank Photovoltaikanlage auf dem Dach und einer Wärmerückgewinnungsanlage, die den Marktraum im Zuge einer sogenannten Betonkernaktivierung kühlen und beheizen kann, komme das Gebäude ohne fossile Brennstoffe aus.

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