Anziehungsmagnet für Ostalgiker in Harzungen

Harzungen  Elftes Treffen der MZ- und Simsonfreunde in Harzungen zieht mit Ausfahrt, Wettkämpfen und fachkundiger Jury Hunderte Besucher an.

Lea Schnause aus Nordhausen präsentierte sich mit ihrer Simson SR4-4 Habicht.

Lea Schnause aus Nordhausen präsentierte sich mit ihrer Simson SR4-4 Habicht.

Foto: Marco Kneise

Da schlägt das Herz eines jeden Ostalgikers höher, als Guido Steinke den original Kaufvertrag samt Zulassung aus DDR-Zeiten zückt und stolz berichtet, dass er der Erstbesitzer der roten MZ ETZ 150 ist.

„Bonuspunkte wird das sicherlich einbringen“, schwärmt hingegen Roy Juch, dessen Blick das Motorrad Zentimeter für Zentimeter mustert und dessen Begeisterung es beim Style-Contest des Treffens der MZ- und Simsonfreunde Südharz erntet. Zusammen mit Jörn Müller inspiziert er die DDR-Schätze, die sich daran beteiligen. Es geht schlichtweg um Originalität. Am Ende sind es jedoch Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. So beispielsweise DDR-Klamotten, die den zehnten von zehn Punkten bringen würden. Doch auch im dritten Jahr in Folge kann damit niemand punkten. Auch nicht Lea Schnause, die zwar in NVA-Hose mit ihrer Simson SR4-4 Habicht als Erstes antritt, am Ende jedoch ebenso am zehnten Punkt scheitert. Dennoch zeigt sich die Nordhäuserin zufrieden, war es doch vor Jahren ihr Vater, der sie mit dem DDR-Ostalgie-Virus „ansteckte“. Jetzt, wo sie den Führerschein hat, ist sie am Wochenende nach Harzungen gekommen, weil sie sich mit dem letzten Modell der sogenannten Vogelserie auf dem Treffen präsentieren wollte.

Mittlerweile organisieren die MZ- und Simsonfreunde Südharz das Ostalgiker-Event bereits zum 11. Mal. Und das ziemlich erfolgreich, denn die Veranstaltung An der Karrenbrücke wächst von Jahr zu Jahr, wie Roy Juch, Vorstands- und Gründungsmitglied, stolz berichtet. Hunderte Besitzer von Kleinkrafträdern der Marken Simson und MZ kamen am Freitag und Samstag nach Harzungen, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Höhepunkt des geselligen Miteinanders war die traditionelle Ausfahrt am Samstagmorgen. Die Tour führte bei bestem Wetter über insgesamt 80 Kilometer nach Breitungen/Harz und wieder zurück. Anschließend folgten der Biker­stammtisch und weitere Wettkämpfe, bei der Mensch und Maschine glänzen konnten.

Erstmals gab es auch den Stoppel-Cross, organisiert von dem neu gegründeten Klassik- Enduro-Südharz-Verein. „Eine klasse Veranstaltung, die unser Treffen genial ergänzt hat und eindeutig aufwertet“, erklärt Roy Juch von den MZ- und Simsonfreunden Südharz.

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