Arbeitslosigkeit steigt im Juli im Südharz an

Nordhausen.  Im Landkreis Nordhausen sind 3536 Menschen im Juli arbeitslos, 50 mehr als noch im Juni.

Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, präsentiert die Arbeitsmarktstatistik für den Monat Juli.

Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, präsentiert die Arbeitsmarktstatistik für den Monat Juli.

Foto: Peter Cott

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„Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber Juni konstant geblieben. Die Arbeitslosenquote liegt seit drei Monaten unverändert bei 6,9 Prozent“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhausen, Karsten Froböse, bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für Nordthüringen. „Die Folgen von Corona sind aber deutlich sichtbar. Wir haben 17 Prozent mehr Arbeitslose zum Vorjahr.“ In Thüringen betrage der Anstieg sogar 21 Prozent im Durchschnitt.

Allerdings liege die Quote im Landesschnitt mit 6,3 Prozent niedriger als in Nordthüringen. Männer sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Frauen. Um rund 21 Prozent lag die Arbeitslosigkeit bei den Männern über dem Vorjahresmonat. Der Zuwachs bei den Frauen fiel mit 12 Prozent hingegen deutlich geringer aus.

3536 Menschen waren im Landkreis Nordhausen im letzten Monat arbeitslos, rund 50 mehr als im Vormonat. Zum Vorjahr ging die Zahl um 23 Prozent (plus 652) nach oben. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 8,4 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug sie noch 6,8 Prozent.

Viele Unternehmen hätten in den letzten Wochen, was Einstellungen angeht, eher zurückhaltend reagiert. Auf das gesamte Jahr betrachtet, liege der Zugang an Stellen um fast ein Drittel unter dem Vorjahr, so Froböse. Allmählich ziehe jetzt die Nachfrage aber wieder an. 362 Stellen wurden im Juli in Nordthüringen gemeldet. Das waren fast 200 mehr als im Juni. Insbesondere in gewerblich-technischen Bereichen, wie in der Metallbearbeitung, aber auch im Baugewerbe sei der Personalbedarf gestiegen.

Die Förderung durch Kurzarbeit unterstütze noch immer viele Unternehmen während der Pandemie, unterstreicht Froböse. Kurzarbeit und staatliche Maßnahmen sicherten nach wie vor vielen Menschen den Arbeitsplatz. Von März bis Juni sind rund 3230 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen, im Juli waren es nur noch 22. In einer ersten Hochrechnung wird die tatsächlich geleistete Kurzarbeit für den Monat März ausgewiesen. Danach sind in den drei Landkreisen rund 1200 Betriebe mit 7200 Arbeitnehmern abgerechnet worden.

Knapp 300 Schüler waren Mitte Juli noch ohne Ausbildungsvertrag. „Es gibt Unternehmen, die den jungen Leuten noch eine Chance bieten wollen. Deshalb werden Ausbildungsbörsen in allen drei Landkreisen angeboten“, erläutert der Agenturchef. In Nordhausen findet die Börse am 12. August von 9 bis 13 Uhr am Parkplatz der Agentur in der Uferstraße 2 statt. Dazu sind Bewerber ohne Ausbildungsplatz eingeladen. Wer vorbeischauen möchte, sollte sich unter Telefon (03631) 650650 anmelden.

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