Arbeitsreiche Saison für Landschaftspfleger im Kreis Nordhausen

Südharz.  Auch das ist Naturschutz: In verschiedenen Regionen des Südharzer Zechsteingürtels sind Fachleute aktiv.

Zu den Flächen, auf denen im vergangenen Winter Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt worden, zählt das Fliegental bei Mauderode.

Zu den Flächen, auf denen im vergangenen Winter Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt worden, zählt das Fliegental bei Mauderode.

Foto: Sarah Backhaus

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Der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser blicke auf eine arbeitsreiche Saison und hervorragende Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen zurück, berichtet Silke Schulze vom Verband. In den Monaten November bis März wurden im Auftrag des Verbandes in verschiedenen Regionen des Südharzer Zechsteingürtels umfangreiche Landschaftspflegemaßnahmen durchgeführt. Ziel der von beauftragten Fachfirmen umgesetzten Maßnahmen war vordergründig die Freistellung ausgewählter Flächen von Gebüschen wie zum Beispiel Rosen, Schlehen und Weißdorn, sowie Bäumen, vorrangig Kiefern und Birken, die durch ihre Ausbreitung in historisch gewachsenen Offenlandbiotopen der Gipskarstlandschaft eine Gefährdung der floristischen Artenvielfalt darstellen.

Dank der guten Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen, speziell der fachlichen Begleitung durch Rolf Schiffler, konnten die Arbeiten zum Schutz von Orchideen und zahlreichen weiteren geschützten Pflanzenarten, überwiegend auf Naturschutzflächen, erfolgreich abgeschlossen werden, schildert Silke Schulze. Bei der Planung, Ausschreibung und Betreuung der Landschaftspflegemaßnahmen auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) in Verbindung mit dem Thüringer Naturschutzgesetz (ThürNatG) zur Pflege und Entwicklung gesetzlich geschützter Biotope sei seine sachkundige Begleitung unverzichtbar. So konnten neben einem fachgerechten Obstbaumschnitt auch Baum- und Strauchrodungen sowie Mäh- und Beräumungsarbeiten überwiegend fristgemäß abgeschlossen werden. 40 Obstbäume regionaler, alter Obstsorten wurden gepflanzt, wie zum Beispiel der Apfel „Grafensteiner“ oder „Schöner von Nordhausen“, sowie Birnen der Sorte „Nordhäuser Winterforelle“ oder Pflaumen „Emma Leppermann“.

Dank der zuverlässigen Unterstützung durch das Nordhäuser Landratsamt und dem engagierten Naturschützer Rolf Schiffler konnte ein großer Schritt zum Erhalt und der Förderung der Lebensbedingungen zahlreicher geschützter Pflanzenarten in Offenlandbiotopen der Region absolviert werden. Langfristig ist im Zusammenspiel mit einer nachfolgenden, regelmäßigen Beweidung der Flächen mit einer Erholung und Vermehrung der Bestände seltener, geschützter Pflanzenarten zu rechnen. Der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser werde damit auch hier einer seiner Hauptaufgaben, dem Schutz und Erhalt der Artenvielfalt der Region, gerecht. Auch werden durch die Freistellungen der Flächen regionale Tierhalter, vor allem Schäfereibetriebe, unterstützt.

Die Pflegemaßnahmen der schützenswerten Flächen werden nur durchgeführt, wenn eine Nachhaltigkeit abgesichert werden kann. Eine Zusage der Tierhalter zur Beweidung sei hierfür eine Voraussetzung, betont Silke Schulze. Gerne können sich Landwirte oder Hobbytierhalter an den Landschaftspflegeverband wenden, wenn sie naturschutzfachlich wertvolle Flächen im Eigentum oder in der Pacht haben, welche durch Pflegemaßnahmen wieder einer Beweidung zugeführt werden können.

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