Nordhausen. Jens Feuerriegel macht sich Gedanken über das Intervallfasten und seine ganz persönliche Trenndiät.

Im Bad lauert der Feind. Jeden Morgen. Der Spiegel ist es nicht. Die Zeiten sind vorbei. Die Hoffnung stirbt doch früher, als viele meinen.

Als Mittfünfziger hat man(n) im Badezimmer nur noch einen unnachgiebigen Gegner: die Waage. Es gibt kein anderes Gerät, das einem schweigend die bittere Wahrheit ins Gesicht blökt. Das ist stets der furchtbare Moment, in dem sich der Morgenmensch als Morgenmuffel entpuppt.

Der erste freiwillige Verzicht heißt Frühstück. So startet das Projekt Intervallfasten. Die Arbeitsstätte ist nun mehr als nur eine Redaktionsstube. Sie ist ein Labor. Doch die Umgebung für das Experiment ist nicht ideal. Die Kollegen stören. Vor allem zwei, die pausenlos naschen und dabei gertenschlank bleiben. Das Leben ist ungerecht.

Trenndiät heißt in meinem Fall: Ich trenne mich räumlich von meinen Vielfraß-Kollegen. Isolation als praktischer Abnehm-Tipp.

So sitze ich ganz allein in meinem Kämmerlein, knurre still vor mich hin und überstehe die 16:8-Methode nur, weil mich die Arbeit gut ablenkt. Und ab und zu bete ich für einen besseren Fettstoffwechsel.

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