Nordhausen. Die Tabakindustrie ist Vergangenheit, seitdem Reemtsma 2002 sein Werk schloss. Umso spannender aber ist deren Geschichte in der Rolandstadt. Wer mehr darüber erfahren will, hat demnächst Gelegenheit dazu.

Die aktuelle Sonderschau „Ein Priem in aller Munde - Die Kautabakproduktion in Nordhausen“ im Museum Tabakspeicher neigt sich ihrem Ende entgegen. Ausstellungskurator Hans-Jürgen Grönke lädt am letzten Öffnungstag, dem 18. Februar, um 14 Uhr zu einer spannenden Führung durch die Geschichte des Nordhäuser Kautabaks ein.

Nordhausen war Zentrum der deutschen Kautabakindustrie und lief damit sogar der bedeutenden Nordhäuser Branntweinherstellung den Rang ab. Wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Rauch- und Schnupftabak hergestellt, begann um 1811 der Siegeszug der Kautabakproduktion. Rasant entwickelte sich diese Industrie bis ins 20. Jahrhundert.

Vor dem Ersten Weltkrieg waren 30 Prozent der Nordhäuser Arbeiterschaft in dieser Branche beschäftigt. Gab es 39 Firmen bis 1945, brachte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einen Niedergang. Die Zigarette setzte sich durch. Die enteigneten Nordhäuser Tabakfabriken, nun „VEB Nortak“, produzierten fortan auch Rauchbares. Von 1991 bis 2002 übernahm „Reemtsma GmbH & Co“ den Betrieb. Seitdem gibt es in Nordhausen keine Tabakindustrie mehr.

Der Eintritt für die Führung beträgt pro Person fünf Euro, ermäßigt sind es drei Euro.