Ausgeboxt: Nordhäuser SV zieht seine Boxer aus Bundesliga zurück

Nordhausen  Der Nordhäuser SV hat seine Box-Staffel nicht mehr für die 1. Bundesliga gemeldet. Nach wochenlangem internen Streit haben 25 Mitglieder den Verein verlassen.

Mittelgewichtler Slawa Kerber in der Ringecke mit dem zur BSG Altstadt wechselnden Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling.

Mittelgewichtler Slawa Kerber in der Ringecke mit dem zur BSG Altstadt wechselnden Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling.

Foto: Sascha Fromm

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Nun scheint die Katze aus dem Sack zu sein. Nach wochenlangem internen Streit in der Abteilung Boxen des Nordhäuser SV wird der Verein seine Mannschaft aus der ersten Bundesliga zurückziehen. Am 24. August gab es keine Meldung der Mannschaft beim Deutschen Boxverband. Spitzenboxen in Nordhausen ist somit vorerst Geschichte – zumindest beim NSV. Denn parallel hat die BSG Altstadt Nordhausen den Antrag auf Bundesliga-Boxen gestellt.

Eine zerfahrene Geschichte. Bei der BSG, im Jahr 2005 als Ballsportgemeinschaft gegründet, spielen deren Mitglieder regelmäßig Freizeitfußball in der Wiedigsburghalle und bei diversen Turnieren. Wie bereits in der Vergangenheit wurde der Vorstand der BSG nun gefragt, ob er einen Neustart des Boxsports in Nordhausen begleiten wolle.

„Mit einem Schlag haben sich 25 Mitglieder bei uns im NSV abgemeldet und sind zur BSG gegangen. Wenn man nun in die Halle kommt und sich Boxsport ansehen will, weiß man gar nicht, wer für wen boxt. Das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen“, ist nicht nur Abteilungsleiter Ulrich Friebel entsetzt. Der Nordhäuser weiß nicht, wo er zuerst anfangen soll. Da der Boxsport in Nordhausen mit seinen über 1000 Zuschauern immer eine lukrative Angelegenheit war, wollen auch andere ein größeres Stück von dem Kuchen abhaben, mutmaßt Friebel.

Nachwuchsboxen hat nun die Priorität

Da sich im zurückliegenden Jahr zwei Lager gebildet hatten und diese die Kommunikation einstellten, reagierte der Nordhäuser SV und bat zur Aussprache. Doch ließen sich die Gräben zwischen beiden Gruppierungen nicht schließen. Das war auch scheinbar nicht gewollt, da ein Teil des Vereins sich bereits weit vor der Sitzung zu dem anderen Weg entschloss und dies dem Gremium mitteilte. Zu denen, die vom NSV zur BSG Altstadt wechselten, zählen Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling, ein Truppe von Freizeitboxern sowie 13 Kinder und Jugendliche. Ob es dort nahtlos mit Bundesliga-Boxen weitergehen kann, ist freilich noch offen. Denn ob die BSG Altstadt tatsächlich die Lizenz für die im Oktober beginnende Saison erhält, steht noch nicht fest. Eine Entscheidung darüber wird in den kommenden zwei Wochen erwartet. Der Nordhäuser SV, bei dem sich nun im Gegenzug der frühere Manager Michael Döring nach TA-Informationen wieder engagieren will, „bedauert die Entfremdung der Funktionäre innerhalb der Abteilungsleitung Boxen“, verweist aber zugleich auf die Autonomie seiner Abteilungen innerhalb des Vereins.

Boxen wird es auch beim NSV künftig weiterhin geben. Wenn auch ohne Bundesliga. „Wir sind nicht tot. Wir boxen weiter, vorrangig im Nachwuchsbereich. Bisher haben wir vier Trainer, ein weiterer ist in der Verhandlung. Und das werden wir weiter ausbauen“, gibt sich Friebel kämpferisch.

Derzeit werde an einer effizienten Struktur gearbeitet. Es liegt viel Arbeit vor der neuen Leitung, sagt Friebel, doch gebe es auch schon ermutigende Signale aus der Wirtschaft zur Unterstützung.

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