Bei Sokratherm reift die Idee für den Bau der vierten Werkshalle

Nordhausen.  Nordhäuser Unternehmen nutzt einen der neuen Elektrobusse für die Mitarbeiterwerbung.

Geschäftsführer Johannes Meinhold freut sich über den neuen Elektrobus mit der Sokratherm-Mitarbeiterwerbung.

Geschäftsführer Johannes Meinhold freut sich über den neuen Elektrobus mit der Sokratherm-Mitarbeiterwerbung.

Foto: Jens Feuerriegel

Johannes Meinhold hat eine Vision. In seinem Sokratherm-Unternehmen reift die Idee, an der Helmestraße eine vierte Fabrikhalle zu errichten. „Wir haben Wachstum“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Bilanzen der vergangenen Jahre. Das mache Mut. Schon seit drei Jahren trage er den Gedanken in sich, verrät der Chef.

Das Firmengelände schmiegt sich längs an die B 4. An beiden Seiten des Areals sei der Neubau vorstellbar, meint Johannes Meinhold. Die bisherigen drei Hallen – jeweils etwa 800 Quadratmeter – seien gut ausgelastet. „Für die vierte Halle brauchen wir aber Mitarbeiter“, betont der Geschäftsführer. „Wir könnten sofort 10 bis 15 einstellen.“

Doch Arbeitsuchende laufen dem Unternehmen nicht die Türen ein. „Wir haben hier an der Helmestraße zwar eine gute Lage, sind aber trotzdem in der Region relativ unbekannt“, wundert sich Johannes Meinhold. Das soll sich ändern. Deshalb nutzt Sokratherm jetzt einen der neuen Elektrobusse der Nordhäuser Verkehrsbetriebe für die Mitarbeiterwerbung.

„Sieht chic aus“, freut sich Johannes Meinhold, als der Bus am Donnerstag auf das Betriebsgelände rollt. „Wir wollen die Elektromobilität unterstützen und zugleich für uns werben, um neue Mitarbeiter einstellen zu können“, erklärt er. Der Bus soll künftig auf die spannenden Jobs in der Firma aufmerksam machen. „Motor der Energiewende: Unsere in Nordhausen gebauten Blockheizkraftwerke“ haben die Fahrzeuggestalter als Headline gewählt.

E-Bus und Sokratherm – das passt. Auch die vom Nordhäuser Betrieb gebauten Blockheizkraftwerke sorgen dafür, dass der Strom immer umweltschonender und effizienter erzeugt werden kann.

Gerade habe Sokratherm einen frischen Auftrag vom Nordhäuser Schachtbau-Unternehmen erhalten, berichtet Johannes Meinhold. „Darüber haben wir uns sehr gefreut.“ Der Geschäftsführer begrüßt regionale Zusammenarbeit sehr. Für die Zukunft sei ein Umdenken wünschenswert: nicht immer nur global, sondern auch verstärkt regional.

Seinen Stammsitz hat das familiengeführte Unternehmen Sokratherm seit über 40 Jahren im westfälischen Hiddenhausen. Seit den frühen 1990er-Jahren baut das Unternehmen Blockheizkraftwerke in Nordhausen. Am Anfang waren es hier sechs Mitarbeiter. Heute sind es mehr als hundert.

Als Gast der Bus-Einweihung kann Johannes Meinhold am Donnerstag auch Landrat Matthias Jendricke (SPD) begrüßen. Der Politiker lauscht gern den guten Wirtschaftsprognosen. Es sei eine „zukunftsträchtige Technik“, meint er. Zum Fachkräftemangel sagt Matthias Jendricke augenzwinkernd: „Wenn die Friday-for-Future-Jugendlichen Sie unterstützen würden, könnten Sie sofort Ihre vierte Halle bauen.“ Den „aufgehübschten Buskörper“ lobt der Landrat ebenso ausdrücklich.

Fünf Elektrobusse gehören jetzt schon zur Flotte der Nordhäuser Verkehrsbetriebe, ein sechster soll noch in diesem Jahr ebenso den Weg in den Südharz finden. Zum Einsatz kommen sie auf den Regionalbuslinien zwischen Nordhausen und Heringen, in der Landgemeinde Bleicherode sowie im Bereich der Gemeinde Harztor. Und überall dort kann Sokratherm künftig für neue Mitarbeiter werben.