Blasiikirchplatz in Nordhausen wird ab 2021 gestaltet

Nordhausen.  Nordhausens Stadtverwaltung will noch im Frühjahr die Flächen südlich des Gotteshauses für Investoren ausschreiben.

Die lang ersehnte Sanierung des Blasiikirchplatzes in Nordhausen rückt näher. Kommendes Jahr soll es losgehen.

Die lang ersehnte Sanierung des Blasiikirchplatzes in Nordhausen rückt näher. Kommendes Jahr soll es losgehen.

Foto: Peter Cott

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Den Kränen an Nordhausens Toren zur Altstadt könnten sich bald weitere hinzugesellen: Neben dem Neubau des Humboldt-Gymnasiums und einem Mehrfamilienhaus am Hagentor soll nun auch der Blasiikirchplatz seine lang ersehnte Entwicklung erfahren. Das erklärte Mario Manolow von der Unteren Denkmalschutzbehörde auf Anfrage unserer Zeitung.

Demnach werde die Planung für den dritten Bauabschnitt des Quartiers wieder aufgenommen. Manolow zufolge laufen erste Gespräche mit den entsprechenden Leistungsträgern, die später unter anderem Fernwärme verlegen und das Abwassernetz unter dem Platz auf Vordermann bringen sollen.

Für die Innenstadtentwicklung käme die Sanierung einem Zieleinlauf gleich: Immerhin beschäftigt das Thema schon seit 2010. Damals hatte sich mit Gisela Stötzer eine Freiburger Landschaftsarchitektin in einem Gestaltungswettbewerb zur Aufwertung des Platzes gegen mehr als 20 Mitbewerber durchgesetzt. Und auch der Stadtrat ebnete mit einem Grundsatzbeschluss politisch den Weg für die Sanierung, die ehrgeizig begann: So wurde zwischen 2013 und 2014 der Abschnitt Kranichstraße-Ost samt Pferdemarkt erneuert. Im Jahr darauf rollten die Bagger schließlich entlang der Engelsburg, zwischen Kreisel und Rathaus.

Im Frühjahr werden städtische Flächen zur Bebauung ausgeschrieben

Doch seit 2015 ruht still der See. „Wir hatten das Thema Jahr für Jahr auf dem Schirm. Doch die Haushaltskonsolidierung hat uns die Hände gebunden“, erklärt Martin Juckeland als oberster Stadtplaner im Rathaus das lange Warten. Es fehlte schlicht am Eigenanteil für die Vision, die aus bis zu 80 bis 85 Prozent Städtebaufördermitteln finanziert werden soll.

„Wir gehen davon aus, ohne Entscheidungen über die künftige Haushaltsplanung sowie Förderzusagen vorwegnehmen zu können, im kommenden Jahr auch erste Bereiche umzusetzen“, zeigt sich Manolow nun aber zuversichtlich. Die Stadt werde noch im Frühjahr ihre Flächen südlich der Blasiikirche zur Bebauung ausschreiben. Für oft in der Kritik stehende Flächen wie den Schotterplatz gegenüber der Marktpassage oder einen alten Verschlag in der Sichtachse der Engelsburg-Einzelhändler könnten also die letzten Tage gezählt sein. „Die Entwicklung dieser letzten ungeordneten Brache ist ein letzter Baustein auf dem Weg zu Nordhausens guter Stube“, freut sich Juckeland.

Zuschläge für die besten Konzepte

Da das Areal im Sanierungsgebiet liegt, die Grundstücke also nur zum Verkehrswert veräußert werden können, erhalte nicht etwa der Meistbietende den Zuschlag, sondern der mit dem besten Konzept, erläutert er weiter und Manolow fügt hinzu: „Wir sind gespannt auf die Ideen und Entwürfe der Investoren und werden darauf achten, dass diese Filetstücke den Stadtentwicklungszielen entsprechen.“ Aus seiner Sicht denkbar sind Gebäude, die weiteren Einzelhandel und Gastronomie ermöglichen. Auch ein Hotel sei vorstellbar.

Kurzum: Das Stadtentwicklungsamt verbindet große Hoffnungen mit der Brachfläche. „Ein Zentrum der Nordhäuser Gastronomie“ schwebt Amtsleiter Juckeland vor, das die Innenstadt schicker und für den Einzelhandel noch attraktiver mache.

Geht es nach Manolow, würden die ersten Vorbereitungen dafür bereits dieses Jahr sichtbar: Das Areal muss archäologisch untersucht werden, ohne dass er den Bauablauf stören will.

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