Bleicherode: Fette Ziele bei Radwegen setzen

Bleicherode  Teil 2: TA-Podium zur Wahl des Landgemeinderates in Bleicherode am 26. Mai. Keine weiteren Windräder erwünscht.

Die Themen Windkraft, Tourismus, Radwege und ÖPNV standen unter anderem im Mittelpunkt der Diskussion am Mittwochabend im Bleicheröder Kulturhaus.

Die Themen Windkraft, Tourismus, Radwege und ÖPNV standen unter anderem im Mittelpunkt der Diskussion am Mittwochabend im Bleicheröder Kulturhaus.

Foto: Marco Kneise

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Im zweiten Teil der TA-Podiumsdiskussion am Mittwochabend standen die Themen Windkraft, Tourismus, Radwege und ÖPNV im Mittelpunkt der Diskussion.

Windkraft

Sehr umstritten in der Bevölkerung ist die steigende Zahl von Windkraftanlagen, die für manche Bürger die Landschaft verschandeln. Sollte es weitere Windräder in der Landgemeinde geben, will deshalb TA-Moderatorin Kristin Müller wissen. „Der Windpark in Wipperdorf ist mit dem Bau des zehnten Windrades abgeschlossen“, sagt Wipperdorfs Bürgermeister Jochen Leßner (SPD). Von den Erweiterungsplänen mit sechs bis acht Windrädern sei die Gemeinde Werther betroffen. „Ich würde mir wünschen, dass wir unseren Strom von dort beziehen können“, betont Leßner.

„Wir haben in der Landgemeinde einen Windpark und dabei sollte es auch bleiben“, hat Claudia Krumbein (CDU) eine klare Meinung. „Ich bin ein bekennender Gegner von Windparks“, sagt Ulf Sauer (RW Kraja). Erneuerbare Energien sind für Sven Tschepe (FFW Wipperdorf) notwendig. „Ja zum Windpark, aber keine zusätzlichen Windräder“, fügt er hinzu. „Es müssen die Bürger wollen“, sagt Franka Hitzing (FDP). Und: „Windräder sind wichtig, aber nur dort, wo sie hinpassen.“ Viel schlimmer seien die Solarparks.

Tourismus

Es gibt kaum Tourismus in Bleicherode. Wie kann man diesen ankurbeln? „Wir sind halt keine Tourismusgegend“, gibt Hitzing zu bedenken. Aber Bleicherodes Kernstadt habe ein unglaubliches Potenzial. Dort gebe es viele alte Gebäude, die „nicht sehr schön sind“, so Hitzing weiter. Das Klubhaus wäre ein Ansatz, dann gebe es den Kali mit dem Schacht, in Kleinbodungen zudem eine historische Förderanlage, zählt sie auf.

„Bleicherode ist doch wunderschön gelegen. Die Verbindung zur Hainleite existiert mit schönen Wanderwegen. Das muss gebündelt werden“, fordert Daniel Braun (WG Hainleite). „Wir müssen klein anfangen mit einem Flyer und dann weiter auf die sozialen Medien setzen“, schlägt er vor. „Wie viel Übernachtungsmöglichkeiten haben wir denn in Bleicherode?“, fragt Leßner. Die Gemeinde müsse diese Möglichkeiten schaffen, damit die Leute 2,3 Tage dableiben könnten. „Und wir haben eine herrliche Landschaft, die wir vermarkten müssen. Unsere Touristen können in den Harz und zum Kyffhäuser fahren.“

Radwege

Für ein gutes touristisches Angebot sind Radwege unerlässlich. Welche Trassen sind am dringlichsten? „Der Ausbau der alten Bahnstrecke von Bleicherode-Ost in Richtung Eichsfeld wäre denkbar“, sagt Petra Hauthal. Jochen Leßner wünscht sich hingegen einen Radwegebau von Nohra nach Wipperdorf und von dort über Elende weiter bis nach Bleicherode.

„Wir haben schon erste Pläne besprochen“, so Volkmar Ader­hold (Freundeskreis der CDU). Der Weg von Bleicherode nach Kleinbodungen gehe schon durch, dann soll dieser weiter nach Großbodungen führen. Der Radwegebau sei ein echtes Manko in der Region, meint Hitzing. „Wir haben großen Lkw-Verkehr, aber keine Radwege in Friedrichsthal“, kritisiert sie. Warum habe beim Straßenbau keiner an die Radwege gedacht? Das sei im Landkreis vergessen worden. „Wir müssen träumen und uns Ziele setzen, die richtig fett sind“, fordert sie. Dann könne man mit der abgespeckten Variante zufrieden sein.

ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr rund um Bleicherode könnte besser sein. Darin sind sich die Kandidaten einig. „Die Leute lesen Bekanntmachungen über Veranstaltungen im Klubhaus, können aber nicht hinkommen, weil kein Bus fährt“, nennt Hauthal ein Beispiel. Wenn Bleicherode zum Kulturzentrum werden soll, müsste man einen separaten Buspendelverkehr zu den großen Veranstaltungen anbieten, regt Sauer an. Krumbein verweist auf die Zuständigkeit: „Der ÖPNV ist nicht Thema der Landgemeinde. Wir müssen uns beim Landkreis für bessere Verbindungen stark machen“, sagt sie.

Wäre ein autonomer Bus ein Modellprojekt für Bleicherode? „Das autonome Fahren ist gar nicht so abwegig. Denn so etwas wird es geben“, sagt Leßner. Er könne sich einen autonomen Bus zwischen Friedrichsthal und Bleicherode vorstellen, um ein Beispiel zu nennen.

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