Boxen: Großes Nachwuchsturnier der BSG Altstadt 05

Nordhausen  Gelungene Premiere für „Pokal des Landrats“. Über 50 Nachwuchsboxer in der Wiedigsburghalle. Zorn holt Turniersieg. BSG mit neun Kämpfern.

Der 13 Jahre alte Nordhäuser Keanu Zorn (links) – hier beim Sieg über gegen Michael Melintschuk (Böglingen) – will nun Thüringer Meister werden..  

Der 13 Jahre alte Nordhäuser Keanu Zorn (links) – hier beim Sieg über gegen Michael Melintschuk (Böglingen) – will nun Thüringer Meister werden..  

Foto: Christoph Keil

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Der 17 Jahre alte Nazar Solatov stieg am Sonntag zu seinem ersten Boxkampf in den Ring. Ein mutiger Debütant bei einer Turnier-Premiere. Mit dem „Pokal des Landrats, der war gerade zurück aus dem Winterurlaub und verteilte die Pokale und Medaillen, wagte sich die BSG Altstadt 05 an die Organisation eines großen Nachwuchsturniers. Die Premiere glückte – bis auf ein paar Kleinigkeiten. „Die werden wir beim nächsten Mal beheben“, sagte Chef-Organisator Matthias Scherfling.

Rund 50 Boxer aus elf Vereinen stiegen in der Wiedigsburghalle in den Ring und lobten ausdrücklich die Gastfreundschaft der Südharzer. Vom Nordhäuser SV war kein Boxer der Einladung gefolgt. Beim NSV fand ein Trainingslager ebenfalls mit Gästen aus den umliegenden Vereinen statt. Doch auch ein paar Vertreter des einstigen Muttervereins der heutigen BSG-Sportler, die sich nur ein Vierteljahr nach dem Austritt aus dem NSV gefunden haben, schauten in der Halle zu. Mit Gerd Huke half ein Kampfrichter vom NSV bei der Bewertung der Boxer mit.

Nazar Solatov machte gegen den erfahrenen Marciej Janczukowicz aus Böblingen einen guten Kampf. „Das tut ja weh“, sagte der Neuling nach dem ersten Ring-Duell ein bisschen erstaunt zu seinem Trainer Andreas Dietrich-Scherfling. Doch Solatov will mit hartem Training seinen Weg im Ring gehen. Genauso wie die anderen jungen BSG-Kämpfer, die beim Heimspiel aber nicht alle ihre Leistungsgrenzen erreichten, wie Dietrich-Scherfling fand. „Da war noch Luft nach oben“, so der Chefcoach, der an seinem Arbeitsplatz, der Petersbergschule, auch schon ein paar frische Talente vor allem aus Migrantenfamilien fand.

Nahziel nun die Thüringer Meisterschaft

Für Lilly Mock fand sich leider kein Mädchen als Gegnerin und Top-Junior Musheg Mhez musste wegen einer Erkältung passen. So startete die BSG mit neun Kämpfern. Den Turniersieg erkämpfte sich der 13 Jahre alte Keanu Zorn. „Das war schon ganz in Ordnung. Nun will ich Thüringer Meister werden und mich für die Deutschen qualifizieren“, sagte der kleine Junge mit dem roten Schopf, der die mitteldeutschen Profis wie Robert Stieglitz und Domenic Bösel als Vorbild hat.

Nicht ganz zufrieden war Zorns Kollege Collin Ostmann. Dabei war er im Finale mit Omar Temurov (Gerresheim) einem aktuellen deutschen Meister unterlegen. „Ich war von Beginn an nicht aktiv genug. Sonst wäre hier was drin gewesen“, sagte Ostmann selbstkritisch.

Aber das Team von Matthias Scherfling ist auf einem guten Weg. Das zeigte das Heimturnier, dass die BU Nordwest Sachsen vor Gerresheim und Böblingen gewann. Als Gastgeber startete die BSG Altstadt außer Konkurrenz.

Das nächste Turnier ist eine echte Nagelprobe. Am kommenden Wochenende geht es zum internationalen Cup nach Bad Blankenburg mit 150 Kämpfern. In zwei Wochen warten dann die Thüringer Meisterschaften, wo Zorn, Ostmann und Mhez um den Titel kämpfen wollen. Die Meister haben dann die Tickets für die deutschen Meisterschaften fast sicher.

Das Boxen nichts für Weicheier ist (O-Ton Trainer Scherfling) zeigte Joel Böttiger. Am Samstag flog für den 16-Jährigen noch das Handtuch. Doch am Sonntag stand der 83-Kilo-Junge zu seinem erst vierten Kampf wieder im Ring. Für die Thüringer Titeljagd soll Joel übrigens drei Kilo „abkochen“. Sein nächster harter Kampf steht also an.

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