Christusdorn: Angst? Respekt. Mut!

Szilvia Schelenhaus, Mitglied der Domgemeinde Nordhausen

Szilvia Schelenhaus Mitglied der Domgemeinde

Szilvia Schelenhaus Mitglied der Domgemeinde

Foto: Privat

Angst vor unbekannten Dingen? Wer kennt das nicht? Aus Angst neigen wir dazu, etwas nicht zu tun, nicht mal kennenlernen zu wollen. Vor einer angsterfüllenden Sache laufen wir weg, oder wir meiden diese. Wir gehen Menschen oder Situationen aus dem Weg, um Unangenehmem nicht begegnen zu müssen. Oder wir erfinden eigene Erklärungen, um die Ungewissheit ertragen zu können. Und wir merken dabei nicht mal, dass dadurch unsere Angst immer größer wird.

Auch mir geht es oft so. Ich versuche mir folgendes einzuprägen: Die Angst macht deinen Mut vielleicht kleiner, aber Respekt kann deinen Mut vergrößern.

Wenn du deinen Aufgaben, Herausforderungen oder Gegnern mit Respekt begegnest, heißt es, du kennst die Gefahren oder Schwierigkeiten, die dich erwarten. Trau dich, deine Herausforderungen kennenzulernen, Respekt entgegenzubringen!

Respekt gegenüber anderen macht dich schlauer, und mutiger. Mir hilft auch die Bibel in solchen Momenten: „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Wie 2. Timotheus 1,7 hier beschreibt, ist Jesus seinerzeit keiner Auseinandersetzung ausgewichen. Gleich an welchen hohen oder niedrigen Status oder welchen am Rand der Gesellschaft lebenden oder kranken Menschen er sich mit seiner Botschaft zugewandt hat. Mutig, wenn Sie mich fragen.

Dem Gegenstand seiner Furcht mit Respekt zu begegnen, lässt unseren Mut wachsen. Respekt bedeutet nicht, alles gleichgültig zu sehen. Respekt und Achtung bedeuten, sich persönlich einzubringen und sich auf eine Begegnung und Dialog einzulassen. Mut ist nach der Wortbedeutung: „sich mühen, mit Eifer nach etwas streben.“ Klar, wer mutig ist, geht ein Risiko ein. Wir sind bereit, uns für eine Sache einsetzen, die wir als richtig erachten, obwohl wir wissen, dass es Nachteile haben kann.

Zum Schluss ein eher philosophisches als christliches Zitat aus der Feder vom umstrittenen Seneca dem Jüngeren, der wohl vom Wirken Jesus gehört haben durfte: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

Trau Dich mit Respekt!

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