Corona: Nordhäuser Landrat kündigt neue Allgemeinverfügung an

Nordhausen.  Sieben neue Infektionen im Landkreis Nordhausen gemeldet. Gesundheitsamt kann noch alle Fälle zurückverfolgen.

Stefanie Schick und André Zippel vom Abstrichdienst Ostthüringen der Kassenärztlichen Vereinigung führten vergangene Woche im Humboldt-Gymnasium in Nordhausen Corona-Tests durch, nachdem in der Bildungseinrichtung eine Corona-Infektion bekannt wurde.

Stefanie Schick und André Zippel vom Abstrichdienst Ostthüringen der Kassenärztlichen Vereinigung führten vergangene Woche im Humboldt-Gymnasium in Nordhausen Corona-Tests durch, nachdem in der Bildungseinrichtung eine Corona-Infektion bekannt wurde.

Foto: Marco Kneise

Der Landkreis Nordhausen verzeichnet sieben neue Covid-19-Fälle. Das teilt Landrat Matthias Jendricke am Dienstagvormittag mit. Damit ist die Gesamtzahl der Fälle auf 110 angestiegen, liegt aber laut Robert-Koch-Institut mit 30,0 in den letzten sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet noch unter dem kritischen Inzidenz-Wert von 35, der zusätzliche Maßnahmen wie eine erweiterte Maskenpflicht oder Teilnehmerbeschränkung bei Veranstaltungen und Feiern vorsieht. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Bisher zwei Schulen und drei Kindertagesstätten betroffen

„Wenn wir diesen Wert überschreiten, müssen wir reagieren. Dann wird es eine neue Allgemeinverfügung geben“, kündigt Jendricke an. Eine klare Ablaufformel gebe es aus heutiger Sicht nicht. „Wir müssen sehen, wo wir die Ausbrüche haben“, so der Landrat. Derzeit liefen diese „querbeet“. Zwei Schulen und drei Kindertagesstätten seien in der vergangenen Zeit davon betroffen. „Zum Glück handelt es sich in den Einrichtungen um Einzelfälle, die wir gut zurückverfolgen können“, schätzt Jendricke ein.

Ursprungsfälle stammten aus dem Eichsfeld und dem Unstrut-Hainich-Kreis

„Die Weiterverbreitung stellen wir innerhalb der Familien fest, die dann auch getestet werden.“ Die Ursprungsfälle stammten aus dem Eichsfeld und dem Unstrut-Hainich-Kreis. „Beide Nachbarlandkreise sind seit zwei Wochen Risikogebiet“, gibt Jendricke zu bedenken.

Landrat Jendricke: "Zeit auf der Insel der Glückseligen ist vorbei“

„Wir haben lange Zeit auf der Insel der Glückseligen gelebt, doch das ist jetzt vorbei“, so der Landrat. Nun sei das Coronavirus auch voll im Südharz angekommen angesichts von 34 Neuinfektionen seit dem 16. Oktober. „Seitdem kämpft unser Gesundheitsamt, um die Kontaktpersonen der Infizierten zurückzuverfolgen“, sagt Jendricke.

Die Infektionskette müsse klar sein, um die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. „Bislang schaffen dies unsere Mitarbeiter noch“, so der Kreischef. Entscheidend sei dabei die gute Information über die Kontaktpersonen. „Natürlich gibt es auch die Fälle, wo sich die Diskussionen endlos hinziehen. Das ist dann die Zeit, die woanders fehlt“, beschreibt Jendricke mögliche Komplikationen. „Ganz wichtig: Wir machen keinem Kranken einen Vorwurf, denn Corona kann schließlich jeden treffen“, betont der Landrat.

Noch stehe im Gesundheitsamt genügend Personal zur Verfügung. „Wir haben dieses um Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Verwaltung aufgestockt. Doch das wird nicht ausreichen, wenn sich das Virus weiter ausbreitet“, befürchtet Jendricke. Reserven seien noch vorhanden, etwa bei den Mitarbeitern, die in Teilzeit arbeiten. „Außerdem liegen uns Bewerbungen vor, die wir für Kurzzeitverträge nutzen werden“, so der Landrat.

Infektionsketten bisher zurückverfolgbar - Dank an Bevölkerung

Er sei mit der Mitarbeit der Bevölkerung bei der Bewältigung des Virus’ zufrieden. „Die meisten Kontaktpersonen haben sich in der vergangenen Woche testen lassen“, blickt Jendricke zurück. Und die Untersuchungen gehen in dieser Woche weiter. So finden Testungen am Dienstag für die Kindertagesstätte Märchenhaus und am Mittwoch für die Hortkinder aus Ellrich in der in der Abstrichstelle der Kassenärztlichen Vereinigung in der Nordhäuser Wiedigsburgklause statt. Jendricke spricht von etwa 60 Personen, die meisten davon Kinder, die davon betroffen seien.

Der Landrat bleibt trotz allem verhalten optimistisch: „Den Lockdown können wir nur verhindern, wenn wir die Leitlinien befolgen“, sagt er. Das sei im Südharz bislang recht gut gelungen. „Es ist jetzt nicht die Zeit, Feste zu feiern“, warnt er aber davor, unvorsichtig zu werden.

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