Der Dorfschenke in Uthleben neues Leben einhauchen

Uthleben.  Auleberin wagt den Schritt zur Wiedereröffnung der Uthleber Schenke an diesem Freitag.

Kerstin Liebersbach erweckt an diesem Freitag Uthlebens Schenke zu neuem Leben.

Kerstin Liebersbach erweckt an diesem Freitag Uthlebens Schenke zu neuem Leben.

Foto: Marco Kneise

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Dort, wo einst die Lichter ausgingen und damit auch ein Stück Dorfidentität beerdigt wurde, kehrt neues Leben ein. Vorboten dieser Wiederbelebung waren bereits in den vergangenen Wochen sichtbar, denn immer wieder gingen Heringens Bauhof-Mitarbeiter in der einstigen Uthleber Dorfschenke ein und aus. Nicht zum Vergnügen, denn geschlossen ist die Gastwirtschaft seit Februar 2017, sondern zum Arbeiten.

Im Inneren gab es nicht nur die obligatorischen Vorbereitungen für das temporäre Wahlbüro, das darin seit jeher etabliert ist. Nein, die Handwerker beseitigten einen Wasserschaden, renovierten Wände, Decken, Türen und sorgten für einen neuen Anstrich sowie neuen Toilettenbecken.

Nun werden Stühle und Tische gerückt, Tischdecken platziert und Gläser gereinigt. Doch: „Es gibt noch viel zu tun“, erklärt Kerstin Liebersbach, die sichtlich aufgeregt ist. Vielleicht, da sie weiß, wie wichtig der Freitag sein wird, der da Stunde um Stunde näher rückt. Denn die gelernte Köchin wagt den Schritt, den andere Betreiber in der näheren Umgebung schmerzlich rückgängig machten, indem sie ihre Gastwirtschaft aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben mussten oder altersbedingt ohne Aussicht auf einen Nachfolger geschlossen hatten. Liebersbach möchte der ehemaligen Gastwirtschaft nun neues Leben einhauchen.

Stein des Anstoßes waren die Erfahrungen, die die 48-Jährige im Sommer als Kiosk-Betreiberin im Uthleber Freibad sammeln konnte. Die Leute seien begeistert gewesen, ebenso wie Ortsbürgermeister Frank Steiner (CDU), der eines Tages das unterbreitete, was an diesem Freitag um 17 Uhr Realität wird: Die Wiedereröffnung der Dorfschenke. Ein Projekt, für das sich der Ortschef seit drei Jahren stark macht. Und da die Freibad-Saison ganz gut lief, traf Steiner auf offene Ohren.

Zunächst soll die Schenke Freitag bis Sonntag geöffnet sein. „Dann wenn die meisten Leute auch abends weggehen wollen, um außer Haus bei einem gemütlichen Gespräch mit Freunden oder der Familie gemeinsam zu essen oder zu trinken“, erklärt Kerstin Liebersbach, die ursprünglich aus Auleben kommt. Neben frisch gezapftem Bier und weiteren Getränken wird es auch eine Auswahl von Speisen für den kleinen und großen Hunger zu moderaten Preisen geben, verspricht Liebersbach, die ein wöchentlich wechselndes Angebot plant. Ideal sei die Lokalität auch für Familien- und Geburtstagsfeiern, Vereinstreffen und Stammtischrunden.

Perspektivisch rückt auch der angrenzende Saal mit der Bühne in den Fokus, in dem beispielsweise der hiesige Erbesbär samt Kirmesburschen steppen oder die alljährliche Seniorenweihnachtsfeier stattfinden könnte. Doch dafür müsse sich die Gastwirtschaft rentieren, bekräftigt Liebersbach, die daher den Versuch auf Probe startet. Die ersten Monaten schaut sie zunächst, ob sich die Nebenkosten decken lassen.

Bedarf nach einer Lokalität ist im Ort, wie Frank Steiner regelmäßig zugetragen wird. Zudem sprachen sich 470 Einwohner bei einer Unterschriftensammlung Anfang des Jahres für den Betrieb der Schenke aus. 30 bis 40 Leute hätten sich bereits für die Eröffnung angemeldet.

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