Der Südharz sucht neue Elternsprecher

Südharz.  Landeselternsprecher Nüßle ermutigt zu mehr Engagement für Kinder. Elternsprecher hätten mehr Mitbestimmungsrecht, als viele meinen, sagt der Steigerthaler.

Stefan Nüßle ist Erster Beigeordneter des Nordhäuser Landrats und ehrenamtlich als Landeselternsprecher aktiv.

Stefan Nüßle ist Erster Beigeordneter des Nordhäuser Landrats und ehrenamtlich als Landeselternsprecher aktiv.

Foto: Marco Kneise

„Engagieren Sie sich für Ihre Kinder und deren Schulen.“ Mit diesem Plädoyer hat sich jetzt Vize-Landrat Stefan Nüßle (CDU) an Eltern im Südharz gewendet. Die sind dieser Tage wegen des Schuljahresbeginns nicht nur häufig zu Elternabenden ihrer Sprösslinge geladen, sondern müssen dort auch die Wahl der Elternsprecher abhalten. „Der Zwei-Jahres-Rhythmus für die Vertreter ist abgelaufen“, sagt Nüßle, der als Sozialdezernent im Landratsamt fungiert und bisherigen Sprechern dankt.

„Viele Eltern schauen bei diesen Wahlen gern betreten nach unten. Aber im Nachhinein wird dann gemeckert, wenn etwas in der Schule nicht hinhaut“, weiß er. Für ihn gibt es ein einfaches Gegenrezept: „Stellen Sie sich zur Wahl für die Elternsprecherschaft auf Klassen-, Schul- oder später sogar auf Landesebene“, ermuntert er. Das Amt sei mehr als nur eine Verpflichtung, zum nächsten Kuchenbasar zum Backblech zu greifen, scherzt er. „Nicht zuletzt durch eine Novelle im Schulgesetz wurde die Rolle von Schüler- und Elternsprechern erweitert.“

Nüßle muss es wissen, immerhin bekleidet er seit zehn Jahren das Ehrenamt des Elternsprechers für Förderschulen auf Landesebene. Auf Schulkonferenzen bekämen Elternvertreter Gelegenheit, mit über die Mittagsversorgung ihrer Kinder abzustimmen. Selbst der Schulbeginn könne Thema sein, nennt Nüßle Beispiele. Die Ausstattung der Schulen oder der Weg zu mehr Digitalisierung seien ebenfalls Themen, bei denen die elterliche Stimme zähle. Bei baulichen Mängeln könne zudem der Druck durch die Sprecher den Fokus der Politik oder gar eine Haushaltsdebatte im Kreistag beeinflussen, ist er vom Einfluss der Eltern überzeugt. „Es gibt gute Beispiele für Hand-in-Hand-Prozesse zwischen Politik und Eltern.“ In Ilfeld etwa sei ein teures Spielgerät zum Großteil durch Eltern und ihre gesammelten Spenden finanziert worden. Das Landratsamt zahlte dann den Aufbau. „Aber für solche Projekte braucht es engagierte Eltern“, wirbt er.

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