Ein Stempedaer ist Schützenkönig in Rodishain

Rodishain  Marcel Heise holt sich in Rodishain erstmals den Titel der Männer. Die 61-jährige Iris Mock ist schon zum elften Mal Schützenkönigin ihres Heimatdorfes.

Mit einem Spitzenergebnis wurde Marcel Heise nach drei Jahren Schützenmitgliedschaft nun das erste Mal Schützenkönig.

Mit einem Spitzenergebnis wurde Marcel Heise nach drei Jahren Schützenmitgliedschaft nun das erste Mal Schützenkönig.

Foto: Susann Salzmann

Es gibt Momente im Leben, in denen Mann auf seine kräftige Stimme vertrauen muss. Als das über die Region ziehende Gewitter am Samstagabend zum Beginn des Rodishainer Schützenballs für einen Stromausfall gesorgt hatte, musste Marcel Oertel vom Schwendaer Schützenverein „Grün-Weiß“ lautstark dem Publikum gegenübertreten. „Die Schwendaer übernehmen unsere Krönung. Das ist Tradition“, flüsterte der Rodishainer Schützenchef Siegfried Grund. Obwohl er nicht um den Königstitel konkurriere, wisse auch er im Vorhinein nicht, wer welchen Titel ergattert habe. Helfer kümmerten sich um das Notstromaggregat, währenddessen Oertel zu einer Premiere beim diesjährigen Königswettstreit kam. Bei den Damen war es diesmal so knapp wie noch nie, stellte Oertel heraus. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Madeleine Heinevetter und Iris Mock. Dass die 61-jährige Mock letztlich den Titel mit nach Hause nehmen konnte, gründete auf genauem Ausmessen der Entfernung des schlechtesten Schusses – der war mit einer 8 ziemlich nah an der goldenen Mitte. Eine Millimeterentscheidung. Kopfschüttelnd und im ersten Moment doch ungläubig präsentierte sich die neue Königin. Nicht nur im Schützenverein, auch in ihrer Familie hält Mock damit einen Rekord. „In diesem Jahr bin ich das elfte Mal Schützenkönigin“, sagte sie. Das Talent wurde vererbt – sowohl vom Großvater als auch vom Vater, der bislang drei Altmeistertitel erreichte. Damit setzte sich die Königin gegen sechs Mitstreiterinnen durch. Die von einer Rodishainerin gestaltete Holzscheibe kommt – wie alle anderen zuvor – mit Autolack besprüht an die Außenfassade des Hauses. Für den Sieg trainiert die ehemalige Kreisschützenkönigin regelmäßig: meist einmal wöchentlich für eine halbe Stunde. Und steht ein Wettbewerb wie dieser zum Heimat- und Schützenfest an, werde auf Kaffeetrinken im Vorfeld verzichtet. Der beunruhige nur die Hand.

Wie man das beste Schießergebnis holt, beschrieb der neue König Marcel Heise. Seit drei Jahren im Verein heimste er nun erstmals den Königstitel ein. Immerhin: 28 von maximal 30 Treffern bei drei Wertungsschüssen mit einer jeweiligen Maximalpunktzahl von 10. „Das kam ungeplant, weil es hier viele starke Schützen gibt“, erzählte der ehemalige Soldat, der seit dieser Zeit nicht vom Kleinkaliber lassen kann. Sein Trick: „Beim Zielen langsam ausatmen und beim Schießen Luft anhalten.“ So hat er es gelernt. So habe es sich bewährt. Wer das Prozedere um die Schützen in Rodishain sah, weiß, dass hier historische Traditionen mit Proklamation, Schützenkette und Schützenball hochgehalten werden. Und wie sieht‘s ansonsten mit den königlichen Verpflichtungen aus? „König und Königin geben je 100 Euro an die Vereinskasse. Damit wird ein Schützenfrühstück ausgerichtet“, erklärte Marcel Heise. Obwohl er im Nachbarort Stempeda wohnt, bewundere er die Rührigkeit, mit der in Rodishain Veranstaltungen organisiert werden.

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