Ein Stück Weihnachtsmarkt zieht in Nordhäuser Bahnhofstraße

Nordhausen.  Ein lange leeres Schaufenster weicht einem neuen Dekorationsladen in Nordhausen. Das Viertel um den Bahnhof ist damit weiter im Aufschwung.

Verkäuferin Jessika Hlawitschka drapiert Dekoration in den Regalen des neuen Ladens.

Verkäuferin Jessika Hlawitschka drapiert Dekoration in den Regalen des neuen Ladens.

Foto: Peter Cott

Eine weitere Wunde in Nordhausens Bahnhofstraße ist geheilt, einem Schaufenster der Einkaufsmeile wieder Leben eingehaucht. Seit dieser Woche warten im ehemaligen Laden „Teeei“ statt gähnender Leere wie in den Vormonaten nun gut 70 Quadratmeter voller Dekorationsartikel. Derzeit der Jahreszeit angepasst, vor allem weihnachtlicher Schmuck wie Schwippbögen, Rentierfiguren und niedliche Nikolause.

Mit dem Einzug in die Geschäftsräume hat Inhaber Mario Telemann ein großes Stück Weihnachtsmarkt in die Unterstadt geholt. Immerhin kennt man ihn und sein Team vor allem durch seinen Marktstand vor dem Rathaus, den er in den Vorjahren mit ähnlichem Adventsschmuck betrieb.

Für gewöhnlich ist Telemann Geschäftsführer einer Handelsvertretung, deren zwölf Mitarbeiter von Leimbach aus Büromaterialien aller Art besorgen: vom Kopierpapier, über Computer-Hardware bis zu Büromöbeln. Organisiere sein Unternehmen anderen Firmen etwa Weihnachtspräsente, sei die bestellte Menge nur selten deckungsgleich mit den angebotenen Stückzahlen der Großhändler. Diese Überhänge sollen nun in der Bahnhofstraße Kunden erfreuen. „Dadurch sind auch faire Preise möglich“, wirbt Telemann.

Doch die kreative Nutzung seiner Bestände ist nicht der einzige Antrieb für ihn. „Eine Innenstadt darf doch nicht nur aus Friseur-Salons, Versicherungsbüros und Döner-Bistros bestehen. Wo bleibt da das Shopping-Erlebnis?“, nennt er seine Motivation, dem mit einem Experiment entgegenzuwirken. Die Verkaufszahlen sollen zeigen, ob dies Zukunft hat. Er habe aber auch genügend jahreszeitunabhängige Deko, hofft Telemann auf eine Fortsetzung seines Ladens, der gut in den jüngsten Aufschwung des Viertels passt. Ein leerstehendes Haus war zuletzt verschwunden, ein Hotel im Stil der 20er samt passendem Bäcker gekommen. Derweil hatte die Sparkasse ihre Selbstbedienungsfiliale einer Frischzellenkur unterzogen, war das traditionsreiche Café Victoria wieder erblüht.