Elende feiert 600 Jahre Kirche

Elende  Wie im Mittelalter sind am Wochenende Pilger in Elende willkommen. Eigens für das Jubiläum entstand ein Theaterstück.

1804 entstand die Rosenkirche in ihrer heutigen Form, nachdem der 42 Meter lange Vorgängerbau aus dem Jahr 1419 für baufällig erklärt wurde. Die Elender Bürger feiern am Samstag und Sonntag 600 Jahre Kirche. Für ein Theaterstück­schlüpfen Jörg Engelmann (links) in die Rolle des Pfarrers und Jens Probst (vorn, Zweiter von rechts) in die Rolle eines Kirchendieners.

1804 entstand die Rosenkirche in ihrer heutigen Form, nachdem der 42 Meter lange Vorgängerbau aus dem Jahr 1419 für baufällig erklärt wurde. Die Elender Bürger feiern am Samstag und Sonntag 600 Jahre Kirche. Für ein Theaterstück­schlüpfen Jörg Engelmann (links) in die Rolle des Pfarrers und Jens Probst (vorn, Zweiter von rechts) in die Rolle eines Kirchendieners.

Foto: Kristin Müller

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Die Rosenkirche – eine Dorfkirche wie jede andere? Vielleicht heute – deren Geschichte indes ist eine besondere: Denn Elende hatte im Mittelalter eine damals noch deutlich größere – Marien-Wallfahrtskirche. Bis zur Reformation kamen Menschen aus aller Herren Länder in das kleine Dorf an der alten Handelsroute.

Die Pilgerzeichen, die man einst in der Kirche erwerben konnte, fand eine Forschungsgruppe der Humboldt-Universität Berlin sogar in Norwegen, weiß Regina Englert, Mitglied der Kirchengemeinde. Vor die Elender Maria trugen die Pilger ihre Sorgen und Nöte oder auch ihre Dankbarkeit.

Über 400 Wundertaten wurden in einem Mirakelbuch festgehalten. Es ist eines der ältesten erhaltenen Bücher seiner Art, doch ist es nicht mehr in Elende. Ausgestellt wird es heute im Heiligenstädter Museum.

Damit nicht genug: Auch anderer Schätze wurde die Rosenkirche verlustig. Die Marienstatue, die im Mittelalter so viele Menschen nach Elende zog, gehört heute zur Heiligenstädter Marienkirche. Der mittelalterliche Taufstein versieht seinen Dienst in der katholischen St.- Bonifatius-Kirche von Fried-richslohra.

Bleicheröderin malt ein Bild zur Rosensage

Heute ist St. Marien eine „offene Kirche“, in die Menschen das ganze Jahr über täglich eintreten können, um ihre Sorgen und Nöte oder ihre Dankbarkeit vor Gott zu bringen – wie damals im Mittelalter. „Dass dies den Menschen zunehmend ein Bedürfnis ist, zeigen die regelmäßig brennenden Kerzen und die Einträge ins Gästebuch“, so Englert.

An diesem Wochenende wird gefeiert – auch wenn der geplante Glockenguss noch ein wenig auf sich warten lassen muss, da die Auftragsbücher der Gießer voll sind. Kirchen- und politische Gemeinde haben alles gemeinsam vorbereitet. Andreas Scholz aus Wipperdorf schrieb eigens zum Jubiläum ein Theaterstück. Binnen drei Tagen fanden sich 19 Laienschauspieler, fast alle aus dem Dorf. Anett Kley kreierte schöne Rosenteelichter. Renate Aurin aus Bleicherode malte ein Tripticon zur Rosensage, das erstmals zum Jubiläum gezeigt wird und dann als Leihgabe in der Kirche verbleiben soll. Ein Film von Bernd Randel und Kalle Panterodt lässt das alte Elende noch einmal aufleben.

Höhepunkt wird der Festgottesdienst mit Pfarrer Michael Steinke sein – noch vor dessen offizieller Einführung.

Und wie damals können sich Pilger nach Elende aufmachen: Wanderer treffen sich am Sonntag um 12 Uhr am Ökumenebaum an der Ecke Stadtpark/Braustraße in Bleicherode, die Pilgerradtour beginnt zu gleicher Zeit am Lutherdenkmal in Nordhausen.

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