Nordhäuser Fernwärmenetz wächst deutlich

Nordhausen  Die Nordhäuser SWG kooperiert mit der Energieversorgung. Anschluss für 400 Wohnungen geplant.

SWG-Chefin Inge Klaan (Archiv-Foto)

SWG-Chefin Inge Klaan (Archiv-Foto)

Foto: Marco Kneise

Nordhausens Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) will bis 2023 gut 420 Wohnungen und Gewerbeimmobilien mit Fernwärme versorgen. Den Grundstein für das Vorhaben legte SWG-Chefin Inge Klaan am Dienstag mit Mario Laufer, Geschäftsführer der Energieversorgung Nordhausen (EVN). Beide unterzeichneten einen Kooperationsvertrag, laut dem mehrere Objekte – vor allem oberhalb der Hohekreuzstraße – von Erdgas auf Fernwärme umgestellt werden.

Die verbindliche Zusammenarbeit hat mehrere Hintergründe. So hat sich Nordhausen mit einem Klimaschutzkonzept und einer Fernwärmesatzung zum Ausbau des Netzes verpflichtet. Zudem fordere das Thüringer Klimaschutzgesetz eine Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 60 bis 70 Prozent, so Mario Laufer. „In Blockheizkraftwerken, die Wärme dank Kraft-Wärme-Kopplung als Nebenprodukt der Stromerzeugung aus Gas und Biomethan erzeugen, können wir das klimafreundlich und kostenoptimiert erzeugen“, erklärte Laufer gemeinsam mit dem technischen Geschäftsführer Rolf Göppel. Der Ausstoß von Kohlen­dioxid soll so reduziert werden.

„Wir haben ein Modell entwickelt, das für alle einen Gewinn bedeutet“, machte Inge Klaan ihren Mietern zudem Hoffnung auf bessere Betriebskosten. Biete Fernwärme doch nicht nur die höchste Versorgungssicherheit, sondern gestalte sich dabei auch sehr wartungsarm. Hinzu kommt laut Klaan, dass viele der Häuser in Blödau-, Bebel- und Weberstraße kurz vor der zweiten Sanierungsstelle stünden, hier also nach 25 Jahren ohnehin Eingriffe in den Heizungsanlagen nötig seien.

9000 Wohnungen am Fernwärmenetz

Die SWG hatte für das Projekt unter ihrem Leiter der Wohnungswirtschaft, Peter Spann­aus, etwa zwei Jahre sondiert, welche Objekte sich für die neuen Anschlüsse anbieten und wie diese realisiert werden können. Als eine Art Pilotprojekt waren im Frühjahr bereits 59 Wohnungen und Gewerbeeinheiten in der Altstadt – etwa in der Engelsburg – ans Fernwärmenetz angeschlossen worden. Für das neue Vorhaben will die EVN ihr knapp 26 Kilometer langes Leitungsnetz nun um etwa drei Kilometer erweitern. Der Energieversorger speist Fernwärme derzeit in etwa 9000 Haushalte. 3900 davon sind durch die SWG vermietet. Dass diese Zahl nun deutlich wächst, lobte mit Martin Juckeland am Dienstag auch Nordhausens Stadtplaner im Rathaus. Die beiden kommunalen Unternehmen nehmen mit ihrer Kooperation seiner Ansicht nach einen wichtigen Schritt zur Reduktion von Kohlendioxid.

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