Frösche essen am Morgen

Christusdorn: Christiane Neitzke aus Nordhausen macht sich Gedanken zum Zeitmanagement.

Christiane Neitzke wirkt im Kirchenkreis Südharz.

Christiane Neitzke wirkt im Kirchenkreis Südharz.

Foto: Kirchenkreis Südharz

Bei uns in der Familie werden zur Zeit Frösche gegessen. Mit meiner Tochter hatte ich in den letzten Wochen sogar regelrechte Wettbewerbe darin. Nein, es geht dabei nicht um gebratene Froschschenkel mit Knoblauchbutter – ich meine das Sprichwort „Eat the frog in the morning“.

Dieses bewährte Gesetz des Zeitmanagements fordert uns auf, das Unangenehme, die Berge oder eben Frösche des Tages als erstes in Angriff zu nehmen. Haben wir die Kröte erfolgreich geschluckt, dann haben wir den Kopf frei für die angenehmeren Tagesaufgaben und Routinen.

Und ja, auch ein Christusdorn kann ein Frosch sein. Da gibt es so viel anderes „Wichtiges“ zu erledigen. Ist die Waschmaschine nicht gerade fertig geworden? Sollte ich nicht lieber mal kurz bei meinen Eltern anrufen? Die Topfpflanzen sehen auch schon wieder ziemlich durstig aus. . .

Das Fremdwort für diese Aufschieberitis heißt Prokrastination und die Steigerung davon ist Aussitzen. Ich warte so lange, bis sich die Dinge von selbst erledigt haben. Auch diese Form des Zeitmanagements ist manchmal eine gute Entscheidung. Anfang des 20. Jahrhunderts verfasste der Theologe Reinhold Niebuhr sein berühmtes Gelassenheitsgebet: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“