Für Jendricke sind Maßnahmen zu drastisch

Nordhausen.  Nordhäuser Landrat kritisiert neue Corona-Auflagen der Bundesregierung. Elf neue Infizierte im Landkreis.

Neue Corona-Schnelltests sind in Nordhausen eingetroffen.

Neue Corona-Schnelltests sind in Nordhausen eingetroffen.

Foto: Marco Kneise

Die Fallzahlen der mit Covid-19 infizierten Personen im Landkreis Nordhausen steigt weiter an. Landrat Matthias Jendricke (SPD) berichtete am späten Mittwochabend per Facebook über acht neue Corona-Fälle im Südharz. Drei weitere kamen bis Donnerstagmittag hinzu, so dass elf neue Fälle zu verzeichnen sind. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 40. Laut Angaben des Thüringer Sozialministeriums werden 28 Patienten stationär in Südharzer Krankenhäusern behandelt, zehn davon mit schweren Verläufen. Seit Beginn der Pandemie im Februar sind laut Angaben des Robert-Koch-Institutes mit Stand vom 29. Oktober (0 Uhr) 122 Fälle im Landkreis Nordhausen aufgetreten. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

„Für unsere Verhältnisse im eigenen Landkreis und überwiegend auch in Thüringen sind die von den Ministerpräsidenten verabredeten Maßnahmen bei der derzeitigen Infektionslage zu drastisch“, hat Jendricke eine klare Meinung. Diese Einschränkungen seien nur dort erforderlich, wo die Behörden die Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht mehr realisieren können, und dies ist derzeit überwiegend in Großstädten und den großen Bundesländern so, aber nicht im Landkreis Nordhausen.

„Aus meiner Sicht sollte man immer entschlossen, aber auch angemessen im Hinblick auf die örtliche Lage reagieren“, betont der Verwaltungschef. Dies heiße dann auch, dass in Berlin, München oder Köln andere notwendige Maßnahmen gelten sollten. „Aber ich weiß auch, dass dies nicht alle Leute immer verstehen und somit immer nach Einheitlichkeit rufen“, äußert er Verständnis für die getroffene Entscheidung.

Der Landrat teilte auch mit, dass jetzt die neuen PoC-Antigen-Tests in Nordhausen eingetroffen seien. „Dies sind Schnelltests, welche wir für besondere Sofortermittlungen durch das Gesundheitsamt verwenden können“, erklärte er. Noch komme das Gesundheitsamt mit der Nachverfolgung der Kontakte der infizierten Personen hinterher. Sollte die Zahl der Infizierten in den kommenden Tagen aber weiter ansteigen, könnte das schwierig werden, schätzt Jendricke ein.