Südharzer Gipsprojekt ist vielversprechend angelaufen

Nordhausen.  Gute Nachricht aus Nordhausen: Das „Gipsrecycling als Chance für den Südharz“ wird von der Hochschule und zwei Bündnispartnern vorangetrieben.

Viola Ullrich, Geschäftsführerin der Zahntechniker-Innung Niedersachsen-Bremen, präsentiert die Gipsabfälle, die im Zahntechniklabor Bien in Sehnde anfallen.

Viola Ullrich, Geschäftsführerin der Zahntechniker-Innung Niedersachsen-Bremen, präsentiert die Gipsabfälle, die im Zahntechniklabor Bien in Sehnde anfallen.

Foto: Ariane Ruff

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eines der wichtigsten Forschungsprojekte der Nordhäuser Hochschule ist im August gestartet. Unter dem Titel „WIR - Gipsrecycling als Chance für den Südharz“ soll ein Gesamtkonzept für Recyclinggips entwickelt werden, von der Erfassung und Rückführung gipshaltiger Stoffe über deren Aufbereitung bis hin zur Verwertung des Recyclinggipses in Form neuer Produkte und der damit verbundenen Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in der Region. Dafür sind in der ersten Projektphase bis Ende 2021 4,8 Millionen Euro an Fördermitteln vorgesehen.

„Mit dem ersten von drei Startprojekten haben wir jetzt begonnen“, sagt Professorin Ariane Ruff, die das Projekt an der Hochschule leitet. Der Titel „Strategische Weiterentwicklung des Bündnisses“ sagt schon viel über den Inhalt des Projektes aus. „Wir wollen unser Bündnis auf breitere Füße stellen und weitere Partner gewinnen“, verdeutlicht Ruff. Bislang gehören dem Bündnis neben der Hochschule als Koordinator und Leiter des Projektes die Bauhaus-Universität Weimar und die Casea GmbH in Ellrich als Partner an.

Ein gutes Beispiel dafür war der Besuch einer kleinen Nordhäuser Delegation am vorigen Freitag in einem Zahntechniklabor in Hannover-Sehnde. „Dort wurde uns die Funktionsweise eines Gipsabscheiders erläutert, der die Abtrennung von feinem Gips aus Abwasser-Schleifprozessen vornimmt“, erläutert die wissenschaftliche Mitarbeiterin Katrin Schmidt. So seien gipshaltige Abfälle aus Dentallaboren bislang noch nicht recycelt worden. Es gebe aber erste Ideen zur Rückführung von Gipsabfällen aus diesen Laboren, Kieferorthopädien und Zahnarztpraxen. „Eine mögliche Zusammenarbeit wurde erörtert“, so Schmidt.

Zwei weitere Startprojekte seien in der Pipeline. „Am 1. Januar wollen wir mit der Entwicklung von Verfahren zur Aufbereitung von ungenutzten Gipsabfallarten beginnen“, informiert Ruff. Unter Federführung der Bauhaus-Universität Weimar gehe es um die Aufbereitung von Gipsabfallarten wie zum Beispiel Anhydrit-Estrichen. „Und bereits Mitte 2020 soll das Projekt Innovationsmanagement starten. Gegenstand ist die Umsetzung der entwickelten Organisations- und Managementstrukturen im Bündnis“, erläutert die Professorin.

Und weitere Projekte befinden sich in Vorbereitung. „Dabei wird es um die Themen Rückführung und Logistik, Nutzbarmachen von Haldenmaterial und Marketing für Gipsrecycling-Produkte gehen“, kündigt Ruff an. „Unser Fokus liegt darauf, dass möglichst viel in der Region bleibt“, betont sie. Gespräche mit kompetenten Partnern wie K-Utec, Knauf und Formula habe es bereits gegeben. „Und auch die Architektenkammer Thüringen will unser Projekt unterstützen“, freut sich Ruff.

Ende 2021 werden die Ergebnisse von einem unabhängigen Beirat begutachtet und bewertet. Fällt dieses Votum positiv aus, kann ab 2022 die zweite Projektphase beginnen mit der Aussicht auf eine weitere Förderung in Höhe von mehreren Millionen Euro bis ins Jahr 2025. Am Ende sollen neue Produkte und im besten Fall neue Arbeitsplätze im Südharz entstehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.