Grüße aus Nohra: Die älteste Glocke im ganzen Landkreis

Nohra (Landkreis Nordhausen). Ruth Stamm liebt die St.-Johannis-Kirche. „Mir gefällt vor allem ihre Schlichtheit“, sagt das Mitglied des Gemeindekirchenrates in Nohra.Doch die Kirche hat so einiges an Schätzen zu bieten. Zum Beispiel die Glocke aus dem 13. Jahrhundert, die älteste im gesamten Landkreis Nordhausen. Von Hans-Peter Blum

In der nachmittäglichen Beleuchtung erstrahlt das Innere der St.-Johannis-Kirche in ganz besonderem Glanz. Die Nohraer sind stolz auf ihr Gotteshaus, auch wenn deren Sanierung nicht ganz billig ist. Foto: Hans-Peter Blum

In der nachmittäglichen Beleuchtung erstrahlt das Innere der St.-Johannis-Kirche in ganz besonderem Glanz. Die Nohraer sind stolz auf ihr Gotteshaus, auch wenn deren Sanierung nicht ganz billig ist. Foto: Hans-Peter Blum

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Diese hat eine Zuckerhutform und ist mit reichen Verzierungen mit je zwei Kreuzigungs- und Mariendarstellungen in Fadenrelieftechnik versehen. Im Chorraum befindet sich ein frühbarocker, reich verzierter Epitaph des Heinrich Otto von Bodenhausen aus dem Jahr 1597 sowie an der Südwand ein Grabdenkmal Bodos von Gladebeck und seines Sohnes, mit reichen Alabasterverzierungen aus dem späten 17. Jahrhundert.

Im Jahr 1776 wurde der Innenraum der im 13. Jahrhundert erbauten Kirche im Stil des Barocks umgebaut. Das Kirchenschiff wurde mit einer Holztonne überwölbt, um mehr Raum für die doppelte Emporenanlage mit Orgel zu gewinnen.

Orgel soll wieder instand gesetzt werden

„Unser Wunsch ist es, die Orgel wieder instandzusetzen“, sagt Ruth Stamm. Doch zunächst stehen andere Aufgaben bevor. „Im kommenden Jahr soll der Turm wieder begehbar gemacht, sprich entrümpelt werden“, blickt sie voraus. Doch eine richtig große Baumaßnahme ist erst im Jahr 2017 vorgesehen. „Dann nehmen wir uns das Dach der Kirche vor. Und in diesem Zuge werden die historischen Dachgauben wieder eingebaut“, schildert Stamm die Pläne des Gemeindekirchenrates. Anschließend soll der Innenraum des Gotteshauses aufgefrischt werden.

„Die Fördergelder für die Sanierung in Höhe von 90 000 Euro sind schon fest zugesagt“, fügt die engagierte Kirchenfrau hinzu. Natürlich sind damit noch nicht alle Kosten abgedeckt. „Am 29. November wird das Zupforchester Obergebra in der Festhalle in Verbindung mit unserem Weihnachtsmarkt ein Benefizkonzert geben. Der Erlös ist für die geplante Sanierung vorgesehen“, sagt Stamm.

Natürlich wurden in den zurückliegenden Jahren schon einige Sanierungsarbeiten im Gotteshaus vorgenommen. Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten kam zunächst die Stabilisierung und Erneuerung des Glockenstuhles und das Trockenlegen des Fundamentes im Bereich des Altars an die Reihe. Weiter wurden eine elektrische Läuteanlage eingebaut, der weit verbreitete Schwamm bekämpft und die Elektronik erneuert.

Das größte Bauvorhaben in dieser Zeit war die Beseitigung der fortschreitenden Schäden am Turm und dessen Neuein­deckung im Jahr 1996 für etwa 150 000 Mark. Das war natürlich nur möglich durch die finanzielle Unterstützung des Denkmalamtes in Erfurt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Gelder aus der Gemeinde sowie zahlreiche private Spender.

„Ohne deren Hilfe hätten wir das alles nicht geschafft“, ist Ruth Stamm froh über die Hilfsbereitschaft im Ort und darüber hinaus. Auch in Zukunft hofft sie auf die finanzielle Unterstützung. Je breiter diese aufgestellt sei, um so mehr Ziele könne die Kirchengemeinde in den kommenden Jahren erreichen, blickt sie voraus in die Zukunft.

Mehr über Nohra lesen Sie in der Printausgabe der Thüringer Allgemeinen vom 20. Oktober.

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