Harzbahn feiert in Nordhausen: Keine Verschnaufpause für Miniaturlok

Nordhausen  Das erste Kinder- und Familienfest der Harzer Schmalspurbahnen auf dem Bahnhofsvorplatz in Nordhausen kommt gut an. Eine Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen.

Die Kinderdampfeisenbahn ist besonders beliebt. Auch Emma Trost (4 Jahre), Ida (1,5) und Merle Beringer (7) drehen einige Runden.  

Die Kinderdampfeisenbahn ist besonders beliebt. Auch Emma Trost (4 Jahre), Ida (1,5) und Merle Beringer (7) drehen einige Runden.  

Foto: Christoph Keil

Vorsichtig hält Merle (7) ihre kleine Schwester Ida (1,5) fest, während sich die Kinderdampfeisenbahn in Bewegung setzt und Runde um Runde auf den Gleisen auf dem Nordhäuser Bahnhofsvorplatz dreht. Mutter Dana Beringer beobachtet das Treiben vom Rande aus. Die Hesseröderin freut sich mit ihren Kindern, die sichtlich Spaß am Eisenbahnfahren haben. Die Kinderdampfeisenbahn gehört am Samstag zu den beliebtesten Attraktionen beim ersten Kinder- und Familienfest, zu dem die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) auf den Bahnhofsvorplatz eingeladen haben. „Sie stand kaum still“, bestätigt Katrin Peters, Mitarbeiterin in der Abteilung Marketing und Vertrieb des Unternehmens.

Anlass des Festes ist das inzwischen 120-jährige Bestehen der Harzquer- und Brockenbahn in diesem Jahr. „Am 22. Juni gab es deshalb schon eine große Veranstaltung in Wernigerode, und nun sind wir in Nordhausen“, so Katrin Peters. Die HSB habe sich bewusst für diese beiden Veranstaltungsorte entschieden. „Sie passen einfach zur Strecke“, betont sie. Wer allerdings darauf hoffte, auch mal eine größere Dampflok aus der Nähe bestaunen zu können, ist enttäuscht worden. „Wir haben derzeit keine Kapazitäten. Alles, was wir derzeit an Bahnen zur Verfügung haben, fährt“, erläutert Katrin Peters die Hintergründe.

Doch auf dem Bahnhofsvorplatz warten dafür andere Attraktionen auf die Besucher. „Wir haben bewusst auf ein Bühnenprogramm verzichtet und mehr Freizeitangebote für Kinder organisiert“, betont Peters. So stehen für die kleinen Besucher jede Menge Hüpfburgen der Kreissportbünde Harz und Nordhausen und eine Rutsche zum Austoben bereit. Auch andere Spiele werden angeboten. Beim Fest vertreten sind auch Mitglieder der Modellbahngruppe vom Freundeskreis Selketalbahn sowie der Interessengemeinschaft Schmalspurbahn. „Die meisten Leute schauen nur, haben aber selten Interesse an einer Mitgliedschaft“, ist am Nachmittag von Modellbahngruppenmitglied Volker Deckert zu erfahren.

Ein paar Meter weiter vom Stand des Freundeskreises Selketalbahn entfernt sitzen Janine Hankel und Ingo Frenzel aus Nordhausen bei der Bungee-Trampolinanlage. Dort hängt gerade ihr Sohn Elias (8) in den Seilen. „Er hat sich schon von klein auf für Bahnen interessiert. Und er hat sich gewünscht, dass wir heute zu diesem Fest gehen“, erzählt seine Mutter Janine Hankel. Die Atmosphäre auf dem Fest empfindet das Paar als angenehm. „Hier ist für alle Kinder etwas dabei“, loben sie. Dana Beringer aus Hesserode hingegen vermisst „mehr Angebote für die Kleineren“ und denkt dabei auch an ihre jüngste Tochter, die erst 1,5 Jahre alt ist.

Doch nicht nur für Kinder hat das Fest etwas zu bieten. Auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten. So sorgt Künstler „Schrotti“ mit seiner „Ein-Mann-Kapelle“ für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Schon sein Gefährt, das er selbst gebaut hat, ist ein echter Hingucker. Auf dem Wagen befindet sich jede Menge Technik. An vielen Stellen blinkt und glitzert es. Neugierig bleiben die Besucher stehen. Kurz vor Veranstaltungsende zieht Katrin Peters ein positives Fazit. „Wir sind absolut zufrieden mit der Resonanz“, sagt sie und freut sich, dass trotz der Hitze so viele zur Premiere gekommen sind. Eine Fortsetzung schließt die HSB-Mitarbeiterin nicht aus.

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