Heringer Radweg wird den Harz mit dem Rennsteig verbinden

Heringen  Der Förderbescheid für Planungen der Trasse im Heringer Schloss übergeben. Baustart ist für nächstes Jahr anvisiert.

Staatssekretärin Valentina Kerst überreichte den Zuwendungsbescheid an Bürgermeister Maik Schröter und den Ersten Beigeordneten Christian Büchting.

Staatssekretärin Valentina Kerst überreichte den Zuwendungsbescheid an Bürgermeister Maik Schröter und den Ersten Beigeordneten Christian Büchting.

Foto: Marco Kneise

Noch am Vortag weilte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst (SPD) auf der Münchner Fachmesse Expo-Real – der größten Plattform für Immobilien und Investitionen –, auf der das Land Thüringen unter anderem für das Industriegebiet Goldene Aue wirbt. Keine 24 Stunden später ist sie in genau diesem östlichen Teil des Nordhäuser Landkreises, in dem man seit mehreren Jahren bisher vergeblich auf die erste Ansiedlung eines Unternehmens hofft.

Der Grund ihres Besuchs sind jedoch nicht Neuigkeiten bezüglich der Industriefläche, denn die hätte, wie ursprünglich auch geplant, Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) höchst persönlich überbracht. Da dieser jedoch anderweitige Termine in Leipzig hat, übernimmt dessen Staatssekretärin gestern den vereinbarten Termin, der dennoch nicht weniger interessant war. Denn schließlich hat Kerst einen Zuwendungsbescheid zur Förderung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 174.306,75 Euro für die Landgemeinde Heringen im Gepäck.

Geld, das nun in die Planung der Heringer Radwegtrasse fließt, die bis 2023 den Harz mit dem Kyffhäuser und schlussendlich dem Rennsteig verbinden soll. Für die Landgemeinde ein bedeutsames Projekt, das die Verantwortlichen seit mehr als zwei Jahren bearbeiten, bis schließlich im August diesen Jahres vom Bund die Anerkennung als Modellprojekt kam. Damit einhergehend wiederum ein Fördermittelbescheid über 1,6 Millionen Euro für die Baukosten (TA berichtete). „Die Krux an der Angelegenheit waren jedoch die Planungskosten, die nicht förderungsfähig waren“, erklärt Landgemeinde-Bürgermeister Maik Schröter (CDU) und verweist bei dem Vorhaben auf eine Summe, die nicht ganz unerheblich sein soll. Daher trat Schröter bereits in einer sehr frühen Phase an Thüringens Ministerpräsidenten sowie an den Wirtschaftsminister heran und warb für das Projekt, bei dem das Land den Radweg quasi geschenkt bekäme und deswegen wenigstens bei den Planungskosten helfen sollte.

Derweil sei schon eine ganze Menge an Planung geschehen, wie der Chef der Landgemeinde gegenüber Valentina Kerst im Heringer Schloss erklärt. So sind für das kommende Jahr zwei ortsverbindende Radwege vorgesehen. Der erste Bauabschnitt soll Heringen mit Windehausen verbinden und im zweiten Teilstück schließlich Windehausen mit Urbach verknüpfen. „2021 wird der große Abschnitt nach Badra im Kyffhäuserkreis folgen“, erklärt Lutz Maschke von der Heringer Bauverwaltung, der mit den Planungsdetails vertraut ist. „Die Herausforderung dabei ist das Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde, da wir uns dort im Landschaftsschutzgebiet bewegen und haarfscharf am Naturschutz- und Vogelschutzgebiet vorbeigehen.“

Parallel zum Harz-Kyffhäuser-Rennsteig-Radweg erfolgt die Planung der Radwegeverbindung zwischen Auleben und Görsbach, die laut Maschke noch in diesem Jahr beendet werden soll, so dass dieser noch guten Hoffnung ist, das der Bau ebenso 2020 erfolgen kann.

Im zweiten Teil des Besuchs in der Goldenen Aue informierte sich Kerst im Heringer Schloss über dessen Geschichte in der Dauerausstellung „Das älteste Dorf Thüringens“. Ein Rundgang mit Museumsleiterin Mirjana Culibrk, der die Staatssekretärin sichtlich beeindruckte, da sie lange keine „so gute Ausstellung“ gesehen habe.

Abschließend legte Heringens Bürgermeister Maik Schröter der Wirtschaftsstaatssekretärin ans Herz, das Industriegebiet Goldene Aue intensiv zu vermarkten.

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