Herkules und Sporttreff ziehen sich aus Südharz-Galerie in Nordhausen zurück

Nordhausen  Nach nicht einmal zwei Jahren gibt es einen neuen Centermanager in der Südharz-Galerie. Gebäudeinhaber will die Zukunftsideen nicht kommentieren.

Der Herkules-Supermarkt und der Sporttreff werden sich nach Ablauf der Mietverträge aus der Nordhäuser Südharz-Galerie zurückziehen.

Der Herkules-Supermarkt und der Sporttreff werden sich nach Ablauf der Mietverträge aus der Nordhäuser Südharz-Galerie zurückziehen.

Foto: Marco Kneise

So ehrgeizig seine Pläne, so leise war sein Abgang: Michael Bilinger ist nicht mehr Centermanager der Südharz-Galerie. Seine Nachfolge soll seit März Jörg Markert inne haben, der parallel auch die City Galerie in Bad Hersfeld betreut. Offizielle Informationen des Gebäudeinhabers, der Neunundzwanzigsten Caurus Grundstücksgesellschaft aus Dresden, zur neuen Personalie und zu den Gründen des Wechsels stehen dazu allerdings noch aus.

Überhaupt ist die Suche nach Informationen zu Nordhausens erstem Einkaufszentrum eine schwierige, wird der Dresdner Eigentümer doch durch die Livos-Gruppe in Berlin vertreten. Nach Firmenangaben handelt es sich hierbei um einen Verbund von Projektpartnern, der Wohn- und Gewerbeobjekte bundesweit entwickelt. Welche strategische Idee hinter dem Personalwechsel steckt, ließ sich aber auch bei Livos nicht erfahren, man kommentiere dies nicht, hieß es auf Anfrage.

Bilinger jedenfalls hatte neuen Wind bringen sollen. Der Abriss der Treppe sollte den Beginn einer Modernisierung und stärkeren Konzentration auf gehobene Gastronomie markieren. Einheitliches Mobiliar war vorgesehen, ebenso wie ein Umbau ab Juli. Sieben verwaiste Geschäfte bezeichnete er im Januar noch optimistisch als „strategischen Leerstand“, um sein Credo modernen Einkaufens in die Tat umzusetzen: „Wer kommt, soll bleiben“. Ein Satz, der heute kaum ironischer erscheinen kann. Denn Bilinger wird nicht der letzte Weggang sein: Auch der Herkules-Supermarkt und der Sporttreff werden sich zum 1. Juli kommenden Jahres zurückziehen. Das bestätigte mit Hans-Richard Schneeweiß der Geschäftsführer der Edeka-Handelsgesellschaft Hessenring, zu der beide Läden gehören. Mehr als 20 Jahre ist diese schon vor Ort. Doch nach Ablauf beider Mietverträge habe man trotz „einem Jahr intensiver Gespräche“ mit dem Eigentümer keinen Konsens über die Miete finden können. Die Mitarbeiter seien informiert, für sie würden mit dem Betriebsrat Sozialpläne geschmiedet. Auch Umbesetzungen in den Niedersachswerfer Herkules oder den neuen Baumarkt an der Darre ziehe man in Erwägung.

Hintergrundwissen zu Nordhausens erstem Einkaufscenter

Seine Eröffnung feiert das Einkaufszentrum am 31. August 1995 auf dem Gelände der ehemaligen Malzfabrik.

Auf einer Nutzfläche von rund 22.000 Quadratmetern wurde auf zwei Etagen eine Verkaufsfläche von etwa 17.000 Quadratmeter für rund 50 Mieter geschaffen. Allein der Herkules-Markt fasst nach damaligen Angaben des Inhabers rund 5700 Quadratmeter.

Bauherr und Eigentümer der Südharz-Galerie ist damals der Bad Hersfelder Unternehmer Walter Rossing, der auch Inhaber der Firma Rosco war.

Walter Rossings Investitionsvolumen seinerzeit: 100 Millionen D-Mark.

Neben Herkules zählte C&A zu den ersten Ankermietern im Objekt.

Die Estama-Investoren­gruppe kauft zwischen 2005 und 2007 die Südharz-Galerie, die Galerie am Schlossberg in Sondershausen und die Rathaus-Galerie in Wuppertal, 2017 verkaufen sie diese Märkte an einen Berliner Investor.

Mit Wolfgang Linz geht 2017 der langjährige Centermanager der Galerie. Ihm folgt Michael Bilinger, der mit großen Plänen startete und auch die Galerie am Schlossberg in Sondershausen führt.

Starke Konkurrenz erhält die Galerie ab Februar 2014 nach Eröffnung der Marktpassage.

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