Ibe: Streuobstwiesen haben eine Zukunft im Südharz

Harzungen  Erster Südharzer Apfeltag bietet viel Wissenswertes zu den Themen Obstanbau und Schutz gegen den Klimawandel

Maximilian (links) und Anton übten sich beim Auspressen der Äpfel in der Hofmosterei.

Maximilian (links) und Anton übten sich beim Auspressen der Äpfel in der Hofmosterei.

Foto: Hans-Peter Blum

Wer Liebhaber von Obstbäumen und selbst angebauten Gartenfrüchten ist, war am Samstag in der Hofmosterei Harzungen bei Alexander Ibe und Kathleen Hahnemann genau richtig. Die beiden Obstbauern luden zum ersten Südharzer Apfeltag ein und hatten dort vor allem jede Menge Informationen zum Thema im Angebot.

Pomologe Ingo Rintisch wartete nach kleineren technischen Schwierigkeiten mit einem interessanten Vortrag auf die Gäste. „Obstbau in Garten und Landschaft – dem Klimawandel aktiv begegnen“ lautete sein Thema, dem der Apfelexperte voll gerecht wurde. Zunächst ging es um Schäden an Obstgehölzen und umweltgerechte Pflanzenschutzmaßnahmen. „Der mehligen Apfelblattlaus muss ich sofort mit dem Kärcher zu Leibe rücken, ehe es zu spät ist“, so eine seiner Empfehlungen. Die grünen Blattläuse können vor allem Jungbäumen gefährlich werden. Bei Flechtenbefall bestehe hingegen kein Handlungsbedarf. „Die Flechten sind harmlos und zeigen saubere Luft an“, so Rintisch. „Ich kann das aber nicht sehen“, warf eine Zuhörerin ein. „Dann müssen Sie woanders langgehen“, antwortete der Pomologe mit leichter Ironie.

Der zweite Teil seines Vortrages beschäftigte sich mit der richtigen Bewässerung im Garten. Rintisch plädierte für den Einsatz von Regenrohren oder Tropfschläuchen mit Düsen oder Löchern. Für das Anwachsen von jungen Obstbäumen gebe es den Einsatz von Wassersäcken, die 50 Liter Wasser fassen, das für zwölf Stunden reiche. Der Pomologe informierte zudem über Standortansprüche von Kern- und Steinobst und empfahl den Kleingärtnern, angesichts des Klimawandels windfeste Sorten anzupflanzen.

Hofmosterei-Betreiber Ibe pflichtete ihm bei: „Neben dem Einsatz von neuen Bewässerungssystemen gilt es auch, die Standorte der Bäume klug auszuwählen. Diese sollten möglichst schattig und windgeschützt sein“, so Ibe. Dazu könne man etwa Ausgleichsflächen der Landwirtschaft nutzen.

„Die Streuobstwiesen haben eine Zukunft im Südharz“, betonte der Hofmosterei-Chef. „Wir wollen die Leute in einem kleinen Netzwerk zusammenbringen“, hat er sich zum Ziel gesetzt. Sein Angebot richte sich in erster Linie an Obstbauern und Imker aus der Region. Aber es gehe ihm auch um Kooperationen mit den Schulen und Kindergärten. Mit denen könnte man Bäume anpflanzen und pflegen. Nach dem Vortrag von Ingo Rintisch teilte Ibe eine Liste aus, in die sich Interessierte eintragen konnten.

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