IG BAU warnt im Kreis Nordhaus vor Dreh an der Mietenschraube

3,9 Millionen – auf so vielen Quadratmetern wohnt der Kreis Nordhausen - Chancen durch den Umbau von Gebäuden.

3,9 Millionen – auf so vielen Quadratmetern wohnt der Kreis Nordhausen - Chancen durch den Umbau von Gebäuden.

Foto: IG BAU

Nordhausen.  Der Kreis Nordhausen wohnt auf 3,9 Millionen Quadratmetern. Eine Gewerkschaft fordert mehr Wohnungen durch Umbau.

Der Kreis Nordhausen wohnt auf insgesamt rund 3,9 Millionen Quadratmetern. Die verteilen sich im Südharz auf 46.730 Wohnungen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Dabei beruft diese sich auf aktuelle Daten zum Wohnungsbestand vom Statistischen Bundesamt, die vom Pestel-Institut für die IG Bau analysiert wurden.

Demnach haben rund 4840 Wohnungen im Südharz sieben oder sogar mehr Räume. „Wer so eine große Wohnung hat, die ihm auch noch gehört, hat eine Sorge nicht: die Angst vor steigenden Mieten“, sagt Matthias Lötzsch. Der Vorsitzende der IG Bau Nordthüringen warnt die Immobilienwirtschaft, die Mietenspirale weiter zu drehen und so die Inflation zusätzlich anzuheizen.

Lötzsch fordert Privatvermieter genauso wie Wohnungsgesellschaften auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Dies bedeute, bei den Mieten Maß zu halten und auf Steigerungen weitgehend zu verzichten. „Gerade jetzt geht es darum, eines für den Wohnungsmarkt klar auszusprechen: Es ist ungehörig, die Zitrone weiter auszupressen. Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen. Da darf nicht auch noch die ’Mietenkeule‘ hinterherkommen“, erklärt Lötzsch.

Darüber hinaus warnt die IG Bau vor einer „Lähmungsphase beim Wohnungsbau“ durch Materialengpässe, steigende Materialpreise, hohe Baulandpreise und anziehende Bauzinsen. Daher seien jetzt gerade Wohnungsbaugesellschaften gefordert, bei Bauvorhaben umzuschalten: „Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet gerade das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen große Chancen“, so Lötzsch.