Grundstück für Bauland: Investoren verklagen die Stadt Nordhausen

Nordhausen.  Christoph Tölle und Wolfgang Oschinski haben am Hauptfriedhof ein Grundstück gekauft, wo sie Bauland schaffen wollen. Die Stadt hat allerdings anderes vor.

Wolfgang Oschinski und Christoph Tölle wollen auf dem Areal beim Friedhof Bauland schaffen. Die Lage bietet sich in ihren Augen an, da in unmittelbarer Nähe bereits eine Einfamilienhaus-Siedlung existiert.

Wolfgang Oschinski und Christoph Tölle wollen auf dem Areal beim Friedhof Bauland schaffen. Die Lage bietet sich in ihren Augen an, da in unmittelbarer Nähe bereits eine Einfamilienhaus-Siedlung existiert.

Foto: Doreen Hotzan

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Die Stadt Nordhausen kann bei dem Flurgrundstück in Nordhausen Ost/Stürzetal nahe des Hauptfriedhofes ihr Vorkaufsrecht geltend machen. Zu diesem Entschluss kam die Kommunalaufsicht des Landkreises Nordhausen, die nun den Widerspruch zurückwies, den die Käufer Christoph Tölle und Wolfgang Oschinski eingereicht hatten. Das betreffende Flurstück liegt im Geltungsbereich des gültigen Bebauungsplanes Nummer 10 „Erweiterung Wohngebiet Nordhausen-Ost“, heißt es in der Begründung. „Zusammen mit den westlich und östlich angrenzenden Grundstücken ist das Grundstück als Friedhoferweiterungsfläche vorgesehen“, teilt die Kommunalaufsicht weiterhin mit. Zudem weist die Behörde darauf hin, dass im Bebauungsplan die Grundstücke als öffentliche Grünfläche mit der Zweckbestimmung Friedhof festgesetzt sind.

Die Reaktionen auf diese Entscheidung fallen unterschiedlich aus. Die Stadt freut sich, dass sie Recht bekommen hat. „Wir werden uns nun beraten, wie es weitergeht“, sagt Martin Juckeland vom Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung im Nordhäuser Rathaus. Die beiden Investoren wollen den Bescheid der Kommunalaufsicht hingegen nicht akzeptieren und erwägen weitere Schritte. „Wir klagen jetzt vor dem Verwaltungsgericht“, kündigt Wolfgang Oschinski an. Zudem ruhen die Hoffnungen der Unternehmer nun auf dem Fachausschuss für Stadtentwicklung, der am 25. November tagt. Dort wollen die Investoren ihr Anliegen erneut vortragen.

Streitthema ist ein etwa 9700 Quadratmeter großes Flurgrundstück beim Hauptfriedhof, dass die Unternehmer im August 2017 von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH mit Sitz in Berlin kauften. Ihre Vision, die Fläche als Bauland auszuweisen, droht allerdings daran zu scheitern, dass die Stadt ebenfalls Anspruch auf das Grundstück erhoben hat. Sie macht ihr Vorkaufsrecht geltend und begründet diesen Schritt mit den Plänen für eine Friedhofserweiterung. Dagegen legten Christoph Tölle und sein Geschäftspartner Wolfgang Oschinski Veto ein - ohne Erfolg. Anschließend wurden die Unterlagen im Landratsamt erneut geprüft, das der Stadt Recht gab.

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