Kanzel der Nordhäuser Blasiikirche erstrahlt nun in neuem Glanz

Nordhausen  Knapp ein Jahr haben die Restaurierungsarbeiten gedauert, die nicht problemlos verliefen. Nun steht die Orgel im Fokus

Pfarrer Wolf-Johannes von Biela ist froh, dass die Kanzel der Blasiikirche fertig ist.

Pfarrer Wolf-Johannes von Biela ist froh, dass die Kanzel der Blasiikirche fertig ist.

Foto: Doreen Hotzan

Es fehlt nur noch ein goldener Strich. „Dann sind die Arbeiten an der Kanzel endgültig abgeschlossen“, freut sich Pfarrer Wolf-Johannes von Biela von der Blasiigemeinde. Eigentlich sollte das Bauwerk in der Nordhäuser Blasiikirche bereits Ende Januar fertig sein. Doch dieser Termin platzte, weil während der Arbeiten, mit denen Restauratorin Antje Pohl aus Neustadt im Dezember vergangenen Jahres begann, ein unerwartetes Problem auftrat.

So musste außerplanmäßig eine massive Stahlkonstruktion eingebaut werden, um den Korb der Kanzel zu stützen. Bis dahin wurde angenommen, dass die sich unter dem Kelch befindliche Trägerfigur die gesamte Last tragen würde. Ein Irrtum, der sich erst herausstellte, als die Statue entfernt werden sollte, damit diese in der Werkstatt eines Bleicheröder Bildhauers restauriert werden konnte. Der Figur fehlten die Arme und teilweise die Zehen. Nun erstrahlt die Statue wieder in neuem Glanz. Neben Armen und Zehen hat ihr der Bildhauer ein wenig Farbe verpasst. So leuchten nun einige Stellen der Figur in Gold und Blau. Vor gut einer Woche habe sie wieder ihren Platz eingenommen, erzählt Wolf-Johannes von Biela. Die Arbeiten an der Statue hätten sich ebenfalls ein wenig verzögert, weshalb auch die Fertigstellung bis Ostern nicht gelang. Doch das Warten hat sich gelohnt, findet der Pfarrer.

Sanierungskosten werden nicht überschritten

Der Kelch ist nun eierschalenfarbig, der Hintergrund, auf dem sich Engelsfiguren befinden, in Blau gehalten. Auch dem Herzstück der Kanzel – dem Korb – hat sich die Restauratorin mit viel Liebe zum Detail gewidmet. Die Farben Gold und Blau finden sich hier ebenfalls wieder.

Insgesamt 25.000 Euro hat die Restaurierung der Kanzel gekostet. „Ich habe zwar noch keine Abschlussrechnung, aber ich gehe davon aus, dass wir diese Summe nicht überschritten haben“, so Wolf-Johannes von Biela. 12.000 Euro gab es vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Der Kirchenkreis Südharz beteiligt sich mit 5000 Euro, der Rest stammt aus dem Haushalt der Kirchengemeinde sowie von Spendern.

Das nächste Projekt, das nun angegangen wird, ist die Orgel. „Ende des Jahres wird damit begonnen, sie auszubauen“, blickt der Pfarrer voraus. Die Orgelbaufirma Hüfken aus Halberstadt übernimmt diese Arbeiten. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 57.000 Euro. Daran beteiligt sich der Kirchenkreis mit 12.000 Euro, der Orgelfonds mit 18.000 Euro. Hinzu kommen 22.000 Euro, die durch Spenden zusammengekommen sind. „Den Rest muss die Gemeinde übernehmen“, meint Wolf-Johannes von Biela.

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