Keine Entwarnung beim Stadtwald in Ellrich

Ellrich  Stadtrat ernennt sechs frühere Mitglieder zu Ehrenstadträten. Bürgermeister erlässt Haushaltssperre.

Bürgermeister Henry Pasenow (links) gratulierte den Ellricher Ehrenstadträten Michael Schminkel, Andreas Dresler, ­Winfried Ehrhold, Klaus-Dieter Drick und Wolfgang Krug (von links) zu ihrer Ernennung.

Bürgermeister Henry Pasenow (links) gratulierte den Ellricher Ehrenstadträten Michael Schminkel, Andreas Dresler, ­Winfried Ehrhold, Klaus-Dieter Drick und Wolfgang Krug (von links) zu ihrer Ernennung.

Foto: Hans-Peter Blum

Keine guten Nachrichten hatte Bürgermeister Henry Pasenow (CDU) zu Beginn der Stadtratsitzung am Montag zu verkünden. „Ich musste am 6. September eine Haushaltssperre anordnen“, sagte er. So seien im Etat für 2019 Einnahmepositionen veranschlagt, bei denen die Höhe der Einnahmen bei Gewerbesteuer und dem Verkauf von Grundstücken geringer ausfallen werden. Zudem liege die Ausgabeposition Kosten für die Holzfällung deutlich über dem Haushaltsansatz. Das sei dem erhöhten Anfall von Schadholz und Zusammenbruch des Holzmarktes geschuldet, erklärte Pasenow. „Die Sperre ist leider unabwendbar“, betonte er.

Baumaßnahmen liegen im Plan

Positiv sei hingegen, dass die Baumaßnahmen in Guders­leben und Sülzhayn im Plan liegen. Bei der Northeimer Straße in Niedersachswerfen hoffe man, dass die Bauarbeiten noch vor Weihnachten abgeschlossen werden können. Dann könnte die Umleitung über Werna aufgehoben werden.

Beim Thema Stadtwald könne keine Entwarnung gegeben werden. „Kein Revier kann die Trockenheit der Buche auffangen“, so Pasenow. Sicher sei, dass die Maßnahmen Geld kosten werden. „Das Totholz wird beseitigt, bevor wir sperren müssen. Das haben wir noch immer geschafft“, so der Bürgermeister. „Ich bin unendlich dankbar, dass am 20. September die ersten Pflanzungen im Stadtwald stattfinden werden“, sagte er. Damit könne man den jungen Menschen zeigen, dass sie beim Klimaschutz etwas bewegen.

Doch es gab nicht nur schlechte Neuigkeiten. Der Stadtrat beschloss die Verleihung der Ehrenbezeichnung „Ehrenbeigeordneter“ für Rudolf Mörschel (SPD). Dieser war von 1994 bis 2019 Erster Beigeordneter der Stadt. „Ich bedanke mich sehr, vor allem für die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen im Stadtrat“, sagte Mörschel. Auch der frühere ­Gudersleber Ortsbürgermeister Jens Schlichting (SPD) durfte sich über eine Auszeichnung freuen. Er darf sich für seine Tätigkeit von 1994 bis 2019 fortan Ehrenortsteilbürgermeister nennen. Das beschlossen die Stadträte einstimmig. „Das war eine sehr aufregende Zeit für unseren Ortsteil. Heute kann von Bad Gülle keine Rede mehr sein“, scherzte er.

Schließlich wurden sechs frühere Ellricher Stadträte zu Ehrenstadträten ernannt. Andreas Dresler (BBE), Ulrich Franke, Wolfgang Krug (beide CDU) und Michael Schminkel (Linke) übten ihr Mandat seit 2004 aus, Winfried Ehrhold (Linke) saß von 1994 bis 1999 und von 2004 bis 2019 sowie Klaus-Dieter Drick (FDP) seit 1999 im Ellricher Stadtrat.

Ein weiterer Beschluss betraf den Abriss des ehemaligen NKD-Kaufhauses in der Nordhäuser Straße, der einstimmig abgesegnet wurde. „Die Idee meines Vorgängers, dort mehrere Generationen zusammenzuführen, ist damit nicht verloren“, stellte Pasenow klar. Man wolle eine Möglichkeit finden, dann – im Neubau – Kinder bis zu 12 Jahren zu erreichen.

Und schließlich ging es um die Einleitung eines Aktivprozesses gegen das Landesverwaltungsamt bei der Sanierung der Straße zum Jägerfleck. „Unser Antrag auf Unterbleiben der Planfeststellung wurde nicht form­gerecht beschieden“, berichtete der Bürgermeister. Die Untere Naturschutzbehörde habe sich noch nicht zur Sache geäußert. „Wir haben aber schon mit dem Umweltministerium gesprochen, das keine Bedenken vorgebracht hat“, so Pasenow.

Wie hoch denn die Anwalts- und Klagekosten seien, wollte Jens Schlichting wissen. Fachbereichsleiter Ronald Kuß antwortete, er rechne mit etwa 20.000 Euro. Diese Summe werde aber erst im Haushalt 2020 eine Rolle spielen. „Uns wäre eine außergerichtliche Einigung lieber“, ergänzte Pasenow. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Zu den Kommentaren