Knauf will in Rottleberode sein Werk erweitern

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Rottleberode.  Gipsunternehmen will in den kommenden Monaten einen zweistelligen Millionenbetrag in Südharzer Standort investieren.

Ein Blick in die manuelle Weiterverarbeitung, die ersetzt werden soll:  Laborleiter Kevin Kern (links) und Produktionsleiter Florian Hammer bei der Qualitätskontrolle.

Ein Blick in die manuelle Weiterverarbeitung, die ersetzt werden soll:  Laborleiter Kevin Kern (links) und Produktionsleiter Florian Hammer bei der Qualitätskontrolle.

Foto: Claudia Große

Der Standort Rottleberode des Knauf-Gipsunternehmens werde sich in den kommenden Monaten weiter entwickeln, kündigt die Firma an. Dafür stelle das Unternehmen erneut einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag für Investitionen und Instandhaltung zur Verfügung.

„Wir haben die Fertigungshallen einer insolventen Holzverarbeitungsfirma in unserer unmittelbaren Nachbarschaft übernommen und finden dort mit rund 3000 Quadratmeter Fläche ideale Bedingungen”, sagt Werkleiter André Materlik. Die Produktion in den Hallen stand über längere Zeit still. Es fand sich kein Käufer aus der holzverarbeitenden Branche zum Weiterbetreiben des Objektes.

Für Knauf sei dann die Entscheidung leichtgefallen, schildert Materlik, denn die Nachfrage nach veredelten Produkten sei in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Wurden bislang sowohl die Gipskartonplatten als auch die Gipsfaserplatten im Rottleberöder Werk manuell veredelt, so könne dieser Prozess in den neuen Hallen automatisiert werden. Ein Abbau von Personal sei damit nicht verbunden.

„Auch der Umschlag der Paletten, von denen an einem Tag mehrere Hundert im Werk ankommen und das Werk wieder verlassen, kann so aus dem jetzigen Werksgelände ausgelagert werden”, berichtet Materlik. Weiterhin könne für das Silo-Geschäft mit dem erweiterten Standort deutlich mehr Platz geschaffen werden, was letztlich auch bessere Arbeitsbedingungen für die in diesem Bereich Beschäftigten bedeuten würde.

Für dieses Jahr rechnet Materlik erneut mit der Förderung von rund eine Million Tonnen Rohstein, von dem rund die Hälfte am Rottleberöder Standort weiterverarbeitet werden soll. Das habe zur Folge, dass die Produktion im Werk noch weiter automatisiert werden muss, dass schwere körperliche Arbeit reduziert und die Produktionsmenge erhöht wird.

Und das Unternehmen will sich in den kommenden Jahren effizienter im Verbrauch von Energie aufstellen. Hintergrund sei unter anderem das angestrebte Ziel, den CO2-Fußabdruck des Standortes zu verkleinern. Um die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, soll möglichst bald das ingenieurtechnische Personal aufgestockt werden. „Wir suchen einen Elektroingenieur und einen Prozessingenieur, die künftige Optimierungsprozesse vorantreiben und begleiten. Von Vorteil wäre, wenn die Bewerber aus der unmittelbaren Region kommen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Mitarbeiter, die mit ihren Familien in der Region fest verankert sind, sich wesentlich stärker auch mit dem Unternehmen identifizieren”, berichtet André Materlik, der selbst vor 23 Jahren aus dem Ruhrgebiet in den Südharz kam und hier längst beheimatet ist.

Positiv fällt sein Resümee auch mit Blick auf die neue Recyclinganlage aus, die im vergangenen Jahr dazu beigetragen habe, rund ein Drittel Rohsteine für die Gipsfaserproduktion einzusparen. Die Anlage, die auch mit Unterstützung der Hochschule in Nordhausen entwickelt wurde, arbeitet Schleifstäube auf, damit diese dann wieder der Produktion von Gipsfaserplatten zugeführt werden können.

Seit dem März des vergangenen Jahres werde im Knauf-Werk in Rottleberode ein konsequentes Hygienekonzept durchgesetzt. Selbst in den Zeiten, da im Südharz wieder ein normales Leben möglich war und die Inzidenz bei 4 oder 5 lag, sei an diesem Konzept nicht gerüttelt worden. Diese stringente Maßnahme sei mit ausschlaggebend für den Umstand, dass die Belegschaft bislang ohne signifikante Ausfälle durch die Zeit gekommen ist.

Teil des speziellen Hygiene-Konzeptes sei aktuell unter anderem, dass nicht nur die Mitarbeiter mit FFP2-Masken versorgt werden, sondern auch deren Familienangehörige.