Küsse, Trommelwirbel und eine verschwundene Rede beim GKV

Görsbach.  Görsbacher bilden das neue Landesprinzenpaar. Nach ihrer Inthronisierung liegen nun mehr als 400 Auftritte vor Prinz Ralf I. und Prinzessin Mirjam I.

Prinz Ralf I. und Prinzessin Mirjam I. sind am Sonntag im Görsbacher Gasthaus „Zur Schweiz“ zum 5. Thüringer Landesprinzenpaar gekürt worden.

Prinz Ralf I. und Prinzessin Mirjam I. sind am Sonntag im Görsbacher Gasthaus „Zur Schweiz“ zum 5. Thüringer Landesprinzenpaar gekürt worden.

Foto: Marco Kneise

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Ein Besuch beim Thüringer Ministerpräsidenten, ein Empfang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie weitere 400 Auftritte in den nächsten 365 Tagen sind es nicht, die Ralf Penzler am Sonntagvormittag Unbehagen bereiten und nervös von der Bühne im Görsbacher Gasthaus „Zur Schweiz“ blicken lassen. Eher die Tatsache, dass seine Rede abhanden gekommen ist. Die Rede, die üblicherweise bei der Inthronisierung eines Prinzenpaares an das närrische Volk gerichtet ist um sich vorzustellen. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass es sich nicht um irgendein Prinzenpaar handelt, sondern jenes, das alle Thüringer Karnevalsvereine repräsentiert. Denn das Görsbacher Prinzenpaar Ralf I. und Mirjam I., die auch im wahren Leben außerhalb der fünften Jahreszeit miteinander leiert sind, sind bei einer öffentlichen Abstimmung im Internet sowie einer Stimmabgabe der Präsidenten des Landesverbandes Thüringer Karnevalsvereine zum Landesprinzenpaar gewählt worden.

Doch in letzter Sekunde reicht man den beiden Görsbachern eine Kopie und Prinz Ralf I. und seine Lieblichkeit, Prinzessin Mirjam I., können ihres Amtes walten und über sich berichten: „Seit Kindertagen bin ich im Karnevalsverein und als ich Mirjam kennenlernte, zog ich sie ganz einfach in die ganze Sache mit rein. Um den Nachwuchs in unserem Verein ist uns nicht Bange, auch unser Sohn, wie ihr wisst, war schon Prinz und beim Elferrat ist er kräftig im Gange.“

Das Verschwinden der Rede war jedoch kein Zufall, wie dessen Erfurter Vorgänger Kai I. und Josi I. verrieten, nachdem die Insignien und diverse Orden ausgetauscht wurden. „Wir haben sie gleich mal getestet und die Rolle mit der Antrittsrede unter den Nagel gerissen, so dass sie hoffentlich nun auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.“ Jedoch rückten sie diese nur im Gegenzug für zwei Kästen Bier wieder heraus, was eine übliche Währung bei dieserlei Vergehen sei. Mit von der närrischen Partie war auch Michael Danz, Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalsvereine, der mit einem Augenzwinkern verriet, das er nach der Abstimmung erst einmal schauen musste, wo Görsbach überhaupt liege. Jedoch wusste er, dass sich hier in der Goldenen Aue eine karnevalistische Hochburg befindet, eine von 333 in ganz Thüringen.

Regiert wird diese vom Görsbacher Karnevalsverein (GKV), deren Vorsitzende Mandy Henning ist, die die Wahl des Landesprinzenpaares „ausnahmsweise sprachlos machte“, was selten vorkommen soll. Daher ließ sie es nicht unerwähnt, das sie „stolz ist auf dieses Dorf, diesen Karnevalsverein und all jene die dazu beigetragen haben, das Ralf und Mirjam Landesprinzenpaar 2020 geworden sind“. Zudem berichtete sie dem närrischen Präsidenten vom 65. Jubiläum des GKV sowie deren zahlreichen Veranstaltungen mit närrischen Sitzungen, Weiberfasching, Kinderkarneval und Festumzug und versprach eine würdige Vertretung Thüringens in der fünften Jahreszeit.

Im „wohl schönsten Ort der Goldenen Aue“ begrüßte Bürgermeisterin Angela Simmen (pl) büttenredengleich die närrischen Gäste, ebenso wie Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD), der dem Landesprinzenpaar Unterstützung zusagte, indem er einen Fahrer samt Fahrzeug für die Fahrten nach Berlin und Erfurt stellt.

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