Landkreis Nordhausen plant Mundschutz-Pflicht

Nordhausen.  Mit der Maskenpflicht reagiert das Landratsamt auf die Coronavirus-Pandemie.

Mundschutz zu tragen, soll Pflicht werden im Südharz, im Bild Apothekerin Kathrin Göpffarth. 

Mundschutz zu tragen, soll Pflicht werden im Südharz, im Bild Apothekerin Kathrin Göpffarth. 

Foto: Christoph Keil

Der Landkreis Nordhausen greift zu drastischen Maßnahmen: Nach der Stadt Jena ist es der erste Landkreis in Thüringen, der eine Mundschutz-Pflicht einführen will. Ab wann und wie lange diese gelten soll, werde am Dienstagnachmittag der Krisenstab festlegen, erklärte mit Jessica Piper eine Sprecherin des Landratsamtes weiter. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Mit Sicherheit würden die Bürger aber nicht gleich „von heute auf morgen“ zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet sein, so Jessica Piper. Was als solcher erlaubt ist, ist ebenfalls noch zu präzisieren. Vor dem Hintergrund, dass im medizinischen Bereich Atemschutzmasken nach wie vor knapp sind, werde nicht nur als Schutzmaske gelten, „was Ärzte im OP verwenden“, betonte die Kreissprecherin. Auch im Landratsamt weiß man um die vielfältigen Initiativen etwa von der Jugendkunstschule, Masken selbst zu nähen.

Festgeschrieben werden soll die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in einer weiteren Allgemeinverfügung. Ein Entwurf liegt als Arbeitsgrundlage für den Krisenstab vor, in dem unter anderem das Gesundheitsamt mitarbeitet.

Manche Virologen betonten dieser Tage, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz könne dazu verhelfen, das öffentliche Leben wieder früher hochzufahren. Über seine konkreten Beweggründe der geplanten Pflicht im Landkreis Nordhausen will Landrat Matthias Jendricke (SPD) am Dienstagnachmittag informieren. Aktuell gibt es im Südharz 15 labordiagnostisch bestätigte Corona-Infektionen.

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