Lions-Club beklagt fehlende Akzeptanz aus Nordhäuser Rathaus

Nordhausen  Die Demontage historischer Hinweisschilder konterkariere das Engagement des Vereins. Die Stadt Nordhausen begründet den Schritt mit Verletzungsgefahr.

Ein Schild des Lions-Clubs soll zu einer Verletzung geführt haben.

Ein Schild des Lions-Clubs soll zu einer Verletzung geführt haben.

Foto: Pauline Etzold

Große Irritationen hat jetzt eine Bemerkung des Oberbürgermeisters beim Lions-Club ausgelöst: Mit „zielsicher schlecht gewählt“ bezeichnete Kai Buchmann (pl) die blauen Aufsteller, die momentan viele im Stadtbild überraschen. Unter dem Motto „Nordhausen früher - Nordhausen heute“ sollen darauf Tafeln mit historischen Stadtansichten gezeigt und kommentiert werden. Der Lions-Club verfolgt die Idee seit Längerem. Doch nun stehen die blauen Metallgerüste in der Kritik: Ein Stadtrat monierte ihre Position und die Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten. Buchmann reagierte darauf mit der Äußerung, die nun im Club aufstößt. „Etwa 8000 Euro und viele Stunden Freizeit hat der Lions-Club dafür investiert“, heißt es aus dem Verein. Dass das Projekt infrage gestellt wird, empört, weil ihre Standorte mit der Verwaltung abgestimmt wurden: „Die Größe und Gestaltung wurden bei einer Begehung am 3. Mai 2018 mit 13 (!) Mitarbeitern der Stadtverwaltung diskutiert, festgelegt und genehmigt. Auch die Gästeführer-Gilde war einbezogen, ist von dem Projekt überzeugt und wird die Standorte in ihre Stadtführungen aufnehmen“, teilt der Club-Vorstand mit.

Nach Klärung der Standorte seien von 25 potenziellen Ansichten zehn herausgefallen. 15 hatten demnach den Segen des Rathauses. Daraufhin habe der Club die Herstellung beauftragt. „Finanziert aus Spenden, über die der Lions-Club Rechenschaft ablegen muss“, ärgern sich die Mitglieder.

Anstatt miteinander zu reden und für den einen oder anderen Aufsteller eine neue Lösung des Standortes zu finden, seien am 30. Oktober mehrere Aufsteller seitens der Stadt entfernt worden. Der Auffassung, die Tafeln seien scharfkantig, kann der Club nach nochmaliger Besichtigung nicht folgen. „Eine Akzeptanz bürgerschaftlichen Engagements durch die Spitze des Rathauses haben wir uns anders vorgestellt“, klagt der Club über das Vorgehen.

Buchmann indes bezeichnet seine Äußerung als „emotionale Reaktion“ auf die Stadtratsanfrage und die Demontage einiger Schilder als „Sicherheitsentscheidung“. Er verweist auf „echte Schäden“. Am Lutherplatz etwa habe sich ein Kind verletzt. Die finale Installation der Schilder scheint dennoch nicht in Gefahr: „Zwischen dem Club und der Stadt besteht Konsens über die Aufstellung“, heißt es aus der Verwaltung.

Dass es trotz Begehung zu Schwierigkeiten gekommen ist, begründet Rathaus-Sprecher Lutz Fischer damit, dass die verkehrsrechtliche Einschätzung ohne die eigentlichen Aufsteller stattgefunden habe. „Im Einvernehmen mit dem Club sollen diese Standorte entsprechend der verkehrsrechtlichen Bestimmungen angepasst werden“, beschwichtigt er.

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