Mit Ecken, Glück und Moral: Wacker Nordhausen im Thüringenpokal weiter

Nordhausen  Titelverteidiger Nordhausen zieht mit einem mühevollen 2:1 gegen starke Meuselwitzer ins Pokal-Achtelfinale ein. Mittwoch geht es aber erst einmal in der Liga weiter.

Vor 700 Zuschauer siegte Wacker Nordhausen gegen Meuselwitz.  

Vor 700 Zuschauer siegte Wacker Nordhausen gegen Meuselwitz.  

Foto: Christoph Keil

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„Glücklichweise habe ich den ‚Löh‘ nicht ausgewechselt“, sagte Wackers Trainer Heiko Scholz nach einer kurzen Dusche und dem Weiterkommen im Thüringer Pokal. Jan Löhmannsröben entschied das Duell der beiden Regionalligisten nach 76 Minuten per Kopf mit dem 2:1.

Dabei hatte der aus Kaiserslautern zurückgekehrte Anführer im Wacker-Dress wie einige seiner Kollegen an diesem Sonntag viel Mühe, zur besten Leistung zu finden. Scholz ließ seinen zentralen Mann im Mittelfeld auf dem Platz und hatte Glück damit. Löhmannsröben – am Mittwoch beim Sieg bei Hertha II noch wie Kammlott mit Magen-Darm-Virus ausgefallen – setzte seinen ganzen Körper ein und wuchtete den Ball über die Linie. Zuvor hatte Dartsch die mutigen Meuselwitzer kurz nach der Pause ebenfalls per Kopf in Führung gebracht (48.). Doch zwei Minuten später stellte der Ex-Meuselwitzer Müller den Ausgleich her. Beide Nordhäuser Tore hatte der agile Lucas Scholl per Ecke vorbereitet.

Sieben neue Gesichter in der Wacker- Startelf

„Nach seiner langen Auszeit im letzten Jahr macht Lucas das jetzt sehr gut und arbeitet auch mit nach hinten“, lobt Linksaußen Christoph Göbel seinen Vordermann. Mit der Rotation komme er klar. „Mit so einem guten breiten Kader kann das funktionieren“, meinte Göbel.

Wacker-Trainer Scholz erklärte aber auch die Probleme seiner Totalrotation – nach acht Neuen bei Hertha II kamen diesmal wieder sieben neue Gesichter in die Startelf. „Wir haben in der ersten Halbzeit ein Katastrophenspiel abgeliefert. Wenn man auf so vielen Positionen wechselt, ist das aber kein Wunder. Wir waren zu behäbig. Zum Glück machten wir gleich das 1:1“, befand Scholz.

In den Schlussminuten rettete der Torwart Wacker vor der Verlängerung. Glinker lenkte erst den Ball bei Dartschs Kopfball an die Latte (88.) und dann scheiterte Trübenbach (90.+1) allein vor dem 35-Jährigen. „Der Torwart hat es entschieden“, so ZFC-Trainer Heiko Weber.

Keeper Glinker lässt den ZFC verzweifeln

Die Meuselwitzer zogen traurig von dannen. „Wir haben jetzt schon nach dem 1:4 gegen Hertha und dem 1:2 gegen Lok Leipzig das dritte Spiel verloren, in dem wir mindestens gleichwertig waren. Doch wenn wir weiter diese Einstellung an den Tag legen, ist der Abstieg kein Thema. Wenn nicht – dann sieht es anders aus“, sagt Weber.

Wacker steht nun im Achtelfinale. Dort traf man in der Triumph-Saison auf den FC Rot-Weiß Erfurt. „Mir ist egal, ob jetzt gleich wieder ein Großer wie Erfurt oder Jena kommt. Wir müssen die ja sowieso irgendwann schlagen, wenn wir den Pokal verteidigen wollen. Zuletzt hat das doch gut geklappt“, sagte Christoph Göbel.

Für die Nordhäuser geht es am Mittwoch (19 Uhr) gleich weiter in der Liga. In Babelsberg will Wacker beim Nachholspiel die Tabellenspitze stürmen. Danach soll übrigens Schluss sein bei Scholz mit dem Rotieren. „Dann spielen wieder die besten elf Spieler meines Teams“ sagte er. Gegen Erfurt soll am 20. September nichts dem Glück mit der Rotation überlassen werden.

Schnellcheck: Wacker Nordhausen siegt im Pokal mühsam gegen Meuselwitz

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