Mobile Beratung etabliert sich im Südharz

Nordhausen  Neues Angebot des Jugendsozialwerks Nordhausen rückt Familienberatung näher an Menschen mit Bedarf.

Heike Werner verfolgte den Ansatz interessiert.

Heike Werner verfolgte den Ansatz interessiert.

Foto: P. Cott

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Ein neu ins Leben gerufene Angebot des Nordhäuser Familienzentrums etabliert sich immer besser. Darüber informierte am Dienstag dessen Leiterin Vivian Grabe. Erst im April dieses Jahres hatte die Einrichtung des Jugendsozialwerks ihr in der Familienbildung sowie in der Ehe- und Erziehungsberatung ohnehin schon breites Portfolio um eine mobile Beratung in fünf Südharzer Ortschaften erweitert. Die Idee hinter dem Konzept ist es, mit dem Familienzentrum noch mehr Menschen zu erreichen, ihnen bei trotzenden oder verhaltensauffälligen Kindern, Scheidungen und vielen anderen Problem­lagen zu helfen.

„Zwar haben viele Familien Nöte, bei denen wir helfen können. Allerdings konnten sie bis zum Start des neuen Angebots unsere Hilfe nicht in Anspruch nehmen“, erklärte Vivian Grabe über Ortschaften wie Sollstedt, in denen es durch günstigen Wohnraum und den Strukturwandel nach der Wende viel mehr Langzeitarbeitslose als in der Nordhausen gebe. Viele würden jedoch den Weg zum Familienzentrum scheuen, sei es wegen zu hoher Ticketpreise oder durch fehlenden Mut, das Zentrum in der Alexander-Puschkin-Straße aufzusuchen.

All denen habe man dank einer Förderung durch das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ die Barriere zur Beratung verringern können. Angetan von dieser Art der Hilfe und Prävention zeigte sich am Dienstag Sozialministerin Heike Werner (Linke). Der Landkreis Nordhausen arbeite vorbildlich, lobte Werner. Sie wies allerdings auch darauf hin, dass solche Angebote weiter gestärkt gehören, vor allem in noch kleineren Orten. „Probleme werden durch Nähe früher erkannt.“ Sie und der erste Beigeordnete des Landkreises, Stefan Nüßle (CDU), plädieren daher für ein dezentrales „Kümmerersystem“, das man den Ortbürgermeistern an die Hand gibt. „Dabei werden sich sicher verschiedene Modelle aus haupt- und ehrenamtlichen Kümmerern entwickeln“, glaubt Werner, die die Erfahrungen des Jugendsozialsystems für weitere Pläne dazu verwenden will.

Die mobile Beratung wird in Ellrich, Heringen, Ilfeld, Sollstedt und Bleicherode angeboten. Nähere Informationen telefonisch unter 03631/462 650

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