Musikvielfalt von drei Kontinenten beim 36. Jazzfest in Nordhausen

Nordhausen  Jazz-Club bietet Musiker aus Afrika, Europa, Amerika und Deutschland auf und serviert an Martini Gänsebraten.

Letztes Sommerkonzert des Jazz-Clubs: Auf der Kurzen Meile in Nordhausen spielten am Samstag Anke Scheller und Jan Markus Teuscher Folk und Blues.

Letztes Sommerkonzert des Jazz-Clubs: Auf der Kurzen Meile in Nordhausen spielten am Samstag Anke Scheller und Jan Markus Teuscher Folk und Blues.

Foto: Hanno Müller

Die beliebten Sommerkonzerte des Jazz-Clubs auf der Kurzen Meile sind gerade erst mit Folk und Blues des Duos Anke Scheller und Jan Markus Teuscher verklungen. Da öffnet der Club bereits die nächste musikalische Bonbontüte. Vom 27. September bis 16. November bietet das 36. Nordhäuser Jazz-Fest eine Mischung aus traditionellem und modernem Jazz, echtem irischen Folk und afrikanischen Trommelrhythmen. Damit ist Nordhausen auch Teil der Jazzmeile Thüringen, die seit 2005 Spielstätten im ganzen Land verbindet.

Erwartet werden Musiker und Musikstile von drei Kontinenten. Den Auftakt gestalten Erika Stucky und Knut Jensen aus der Schweiz. „Die wollten wir schon immer nach Nordhausen holen, jetzt klappt es“, freut sich Club-Vorsitzender Holger Gonska. Die Sängerin, Songschreiberin und Multimedia-Künstlerin spielt Akkordeon, ihr Partner Ukulele. Angekündigt sind verjazzte Cover-Versionen von Queen und Pink Floyd sowie lustige Jodel- und Beamer-Einlagen.

Auch am Nordhäuser Jazz-Fest, das von Stadt, Land und Kreissparkasse unterstützt wird, geht das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses nicht vorbei. Freuen kann man sich auf zwei ganz spezielle Konzerte. Am 5. Oktober kommt die Berliner Jazzband Subsystem mit dem „Bauhauskapellentraum“. Inspiriert ist das Programm von der sagenumwobenen „Bauhaus­kapelle“ und ihrem kreativen ­Instrumentarium. Den zweiten Bauhaus-Part übernehmen am 26. Oktober Silke Gonska (Holger Gonskas Schwester) und Frieder W. Berger aus Weimar mit ihrer Bauhaus-Revue nach Original-Texten aus der Gründungszeit der legendären Designschule. Eine erste Kostprobe gab es am Wochenende bei der Vernissage zur Bauhaus-Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg mit Bergers Interpretation vom „Weltende“ nach Jakob van Hoddis (1911), das mit der Verszeile „Es fliegt dem Bürger vom spitzen Kopf der Hut“ seinerzeit zum Kultgedicht avancierte.

Über die Jahre habe sich das Jazz-Fest stets um neue Musikrichtungen erweitert und weiterentwickelt, sagt Gonska. So präsentiert der aus Ghana stammende Kofi Quarshi am 12. Oktober afrikanische Rhythmen, eingeleitet wird sein Konzert vom Nordhäuser Trommler Klaus Hagedorn. Echter irischer Folk kommt von den Iren Ciaran Wynne und Tim O‘Shea (Kilarney Co. Kerry Ireland). Ein absoluter Geheimtipp sind laut Gonska Adam Holzmann & Brave New World am 10. November mit zünftigem Jazz-Rock. Da der Auftritt auf Martini fällt, wird an die Nordhäuser Tradition des Gänsebraten-Essens angeknüpft. Um es sich am Buffet in der Cyriaci-Kapelle mit gut gehen lassen zu können, ist eine Anmeldung erforderlich.

Das Finale steigt am 16. November mit dem Jazz-Rabazz, für den das Nordhäuser Theater angemietet wurde. Ab 19 Uhr (!) geben sich die 20-jährige Jazz-Sensation Kinga Glyk aus Polen und Jazz-Saxophonist Donny McCaslin (USA) die Ehre, Letzter spielte mit David Bowie noch kurz vor dessen Tod das letzte Bowie-Album „Blackstar“ mit ein. Den Schlusspunkt setzen bis weit nach Mitternacht acht Bands in vier Zonen von Jazz über Blues und Swing bis Dance.

Spielorte sind das Theater, das Kunsthaus Meyenburg, die Cyriaci-Kapelle und die Herzschlag – Junge Kirche. Infos zu Konzerten, Künstlern und Tickets gibt‘s im Internet unter Jazzclub-Nordhausen.de

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