Nach Sanierung: Hohekreuz-Sportplatz in Nordhausen mit Rückenwind-Garantie

Nordhausen.  Erster Bauabschnitt der Sportanlage in Nordhausen kurz vor Fertigstellung. Seltenes Qualitätsmerkmal lässt Athleten von größeren Wettbewerben träumen.

Gunnar Haase, Übungsleiter beim LV Nordhausen, und HSG-Trainer Horst Friedrich (rechts im Bild) bei einer Besichtigung des sanierten Hohekreuz-Sportplatzes. 

Gunnar Haase, Übungsleiter beim LV Nordhausen, und HSG-Trainer Horst Friedrich (rechts im Bild) bei einer Besichtigung des sanierten Hohekreuz-Sportplatzes. 

Foto: Peter Cott

Deutlich früher als geplant steht der erste Bauabschnitt des Hohekreuz-Sportplatzes kurz vor der Fertigstellung. Und Nordhausen damit ein Stück mehr im Fokus der Thüringer Sportwelt. Das zumindest glauben hiesige Sportfunktionäre und Leichtathletikvereine. Deren Vertreter durften noch vor der Bauübergabe einen Blick auf den frisch sanierten Platz werfen. Frank Ollech, im städtischen Bauamt zuständig für das Sachgebiet Gebäude- und Liegenschaftsverwaltung, und sein für den Hochbau verantwortlicher Kollege Marco Minalga gaben Einblick in die Neuerungen, die sich die Stadt rund eine Dreiviertel Million Euro hat kosten lassen.

Neben dem sechs Bahnen zählenden 400-Meter-Rundlauf erfuhren unter anderem die Stabhochsprunganlage und der Sicherheitskäfig für den Diskus- sowie den Hammerwurf eine Kur. Gerade letzterer wurde wohlwollend gemustert und nicht nur von Jons Anhalt, dem Vorsitzenden im Kreisfachausschuss für Leichtathletik, gelobt. „Topp“, schwärmte er.

Ähnlich zufrieden auch die Stimmen zur neuen Tartan-Bahn. Für die habe man den kompletten Oberbelag entfernen und darunter die Entwässerung erneuern müssen, erklärte Ollech der Runde. „Letztmals wurde die Anlage 1994 saniert“, sagte er über das Gelände, das alten Nordhäusern zufolge mit Trümmerschutt aufgeschüttet wurde. Das neue Ergebnis auf dem historischen Boden lässt sich sehen. Start und Ziel der neun Bahnen zählenden 100-Meter-Sprintlaufbahn sind tauschbar. Gleich zwei Weitsprunganlagen lassen auch in dieser Disziplin einen Start von beiden Seiten des Sportplatzes zu.

Den Vorteil dieser Anordnung kennt Sprint-Routinier Marco Bachmann von der HSG Nordhausen nur zu gut: „Durch den austauschbaren Startpunkt hat man Rückenwind-Garantie“, erläuterte der Leichtathlet, der schon die Deutsche Seniorensprintmeisterschaft gewinnen konnte. Gerade bei Turnieren der Jugendleistungskader, in denen Normen erzielt werden müssen, sei das mitunter entscheidend. Eine Leichtathletikarena wie der Hohekreuz-Sportplatz könne mit diesem Qualitätsmerkmal größere Turniere anlocken, glaubt Bachmann. Zumal vergleichbare Plätze rar sind, wie Kreissportbund-Chef Patrick Börsch hinzuzufügen wusste: „In Thüringen gibt es nur drei Bahnen mit Rückenwind-Garantie: In Erfurt, Jena und jetzt bei uns“, freute er sich. „Die Anlage ist thüringenweit ein Highlight“, versicherte daher auch Gunnar Haase vom LV Altstadt. Lobenswert sei für ihn obendrein die Kooperation mit der Stadt. Das Rathaus habe mehr umgesetzt als angekündigt und hätte auf Wünsche der Athleten reagiert.

Damit will die Stadtverwaltung in den kommenden zwei Jahren weiter machen, versicherte Marco Minalga. Für den zweiten Bauabschnitt werde aktuell der Fördermittelantrag vorbereitet. Mit dem Geld soll das Sozialgebäude saniert werden. Die nicht genutzte Gegentribüne, so der Bauamtsmitarbeiter, könnte einer Rasenfläche weichen. Und die überdachte Südtribüne könnte laut neuester Gutachten zur Standsicherheit sogar erhalten werden. „Mein persönlicher Höhepunkt wäre aber die Rampe, die das Gelände über den Taschenberg komplett behindertengerecht erschließen soll“, blickte Minalga in die Zukunft. Erste Schätzungen sehen das Projekt bei möglichen Baukosten von gut einer Million Euro.