Neptuns Reich öffnet sich in Neustadt und in Nohra

Südharz  Südharz erlebt ein Wassersport-Wochenende der kreativen Art.

Eine Taufe und eine Rasur gab es von den Nixen für die Landratten im Neustädter Waldbad.

Eine Taufe und eine Rasur gab es von den Nixen für die Landratten im Neustädter Waldbad.

Foto: Peter Cott

Neptuns Reich ist seit dem Wochenende um einige irdische Seelen reicher. Denn gefühlt waren am Samstag und Sonntag mehr Südharzer im und auf dem Wasser zugange als an Land: Das traditionelle Neustädter Neptunfest zum 61. Geburtstag des Waldbades etwa lockte gut 300 Besucher ins kühle Nass, wo Markus Bernsdorf als Gott des Meeres mit seinen Nixen wartete und ausgewählten Opfern eine Taufe verabreichte.

Kreativ ging es auch weiter, immerhin lockten die Organisatoren vom Waldbad-Förderverein starke Männer zum wohl ersten Fassbierrollen der Welt unter Wasser. „Das war eine Idee unseres Schwimmmeisters“, lobte Vereinschefin Anne Dumjahn den Einfallsreichtum, der sich – geht es nach ihr – in der Kasse der Waldbadförderer niederschlagen soll: Die rund 200 Mitglieder wollen kommendes Jahr nicht nur die Sanitäranlagen der Einrichtung auf Vordermann bringen, sondern auch 300 Euro an den Verein Zukunft Harztor für den geplanten Hexenspielplatz in Ilfeld weiterreichen. „Wir sind jetzt eine Gemeinde. Da wollen wir bei den Festen zusammenrücken“, erklärte Dumjahn das Anliegen des Festes, zu dem auch im Tischtennis und Volleyball sowie auf Schlauchbooten Wettkämpfe ausgetragen wurden.

Sportlich ging es einen Tag zuvor bereits in Nohra bei einem eher spaßigen Triathlon zu: Die Teams trugen dabei Namen von Filmhelden und Wrestlingstars.

Und „Bruce Banner“ oder „Bret Hitman Heart“ verliehen dem zweiten Hünsteiner Triathlon gleich internationales Flair. Denn die Starter kamen nicht nur aus München oder Freyburg. Nein, sogar aus Österreich und England folgten junge Sportler, die eigentlich wegen des Icans in den Südharz gekommen waren, der Einladung an den Hünstein. Erst einen Tag zuvor hatten sie von einem einheimischen Freund vom Freibadfest erfahren. Und sie hatten sichtlich Spaß dabei, was nicht zuletzt ihre lustigen Kostüme aus Arztkitteln und Damenkleidern bewiesen.

Den Sieg aber trugen die „Dreisten Drei“ davon, alle waschechte Nohrsche. Dafür musste aber echt gekämpft werden. Auch wenn die Disziplinen – 50 Meter Schwimmen, 100 Meter Tretboot und 500 Meter Laufen – einfach scheinen, so waren sie doch für so manchen Starter eine Herausforderung. Besonders das Tretbootfahren erwies sich bei starkem Wind als harte Nuss. Der Landgemeindebürgermeister Frank Rostek versprach dennoch seine Teilnahme für 2020. Das passende T-Shirt dazu bekam er von Katrin Jalaß, der Vorsitzenden des Fördervereins, geschenkt.

Für das kommende Jahr verspricht die wieder ein klassisches Neptunfest mit Wettkämpfen wie dem Arschbomben-Springen. Auch den Triathlon soll es wieder geben. Je nach Anmeldung ist geplant, dann getrennte Wertungen für Männer, Frauen und Mixed-Teams einzuführen. Freuen würde sich Jalaß zudem über neue Mitglieder im Förderverein, der das Bad in Eigenregie betreibt. Der Beitrag ist mit zwölf Euro im Jahr sehr gering. „Wichtig ist es, weiterhin unser Bad zu erhalten, damit die Kinder das Schwimmen später nicht im heimischen Pool erlernen müssen“, betonte sie.

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