IG Bau Nordthüringen: Neuer Bau-Mindestlohn ist klares Signal

Nordhausen.  Zwei Bauarbeiter, die gleiche Arbeit – und trotzdem zwei unterschiedliche Löhne: Gut zehn Euro könnten die Löhne pro Stunde auf den Baustellen im Landkreis Nordhausen bald auseinandergehen.

Häuserbauen für 9,35 Euro pro Stunde? – „Nein“, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).

Häuserbauen für 9,35 Euro pro Stunde? – „Nein“, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).

Foto: IG Bau

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Denn Bauarbeiter, die keinen Tariflohn bekommen, müssen jetzt sogar um ihren Branchen-Mindestlohn bangen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Nordthüringen mit. Betroffen davon könnte ein Großteil der rund 1300 Bauarbeiter im Kreis Nordhausen sein.

„Bauhandwerk und Bauindustrie müssen jetzt das tun, was die IG Bau schon gemacht hat: Die Arbeitgeber müssen einem Schlichterspruch und damit neuen Bau-Mindestlöhnen zustimmen. Passiert das nicht, droht dem Bau im Landkreis Nordhausen schlimmstenfalls der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde als unterste Verdienstgrenze. Jetzt hängt alles am seidenen Faden der Arbeitgeber“, sagt der stellvertretende IG Bau-Bezirksvorsitzende Harald Buntfuß.

Der Schlichterspruch sieht vor, dass der Branchen-Mindestlohn auf dem Bau im Osten ab April steigt – und zwar auf 12,55 Euro. „Dieser Bau-Mindestlohn ist das Lohn-Stoppschild nach unten. Und genau das braucht der Bau ganz dringend. Wenn die Arbeitgeber den neuen Branchen-Mindestlohn allerdings nicht akzeptieren, dann wäre das ein Lockruf an alle Billig-Firmen aus dem In- und Ausland, als Dumping-Konkurrenz auf den Markt zu drängen. Diese Billigheimer würden dann ordentlich arbeitenden und anständig – nämlich den Tariflohn – bezahlenden Unternehmen im Kreis Nordhausen wirtschaftlich das Handwerk legen“, sagt Buntfuß. Der stellvertretende Vorsitzende der IG Bau Nordthüringen warnt die heimischen Bauunternehmen davor, sich hier auf einen „Kamikaze-Kurs“ einzulassen.

Die Arbeitgeber müssen bis zum 17. Januar grünes Licht für höhere Mindestlöhne auf dem Bau geben. Die IG Bau ruft deshalb „alle anständigen Bauunternehmen im Landkreis auf, klare Signale an den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und an den Zentralverband des Deutschen Baugewerbes zu senden – und zwar für das Akzeptieren der neuen Bau-Mindestlöhne. Wie es tarifpolitisch weitergeht, darüber werden IG Bau und Arbeitgeber im Frühjahr in einer neuen Lohn-Tarifrunde verhandeln.

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