Neuer Verband hilft beim Kampf gegen Hochwasser im Südharz

Nordhausen  Frisch gegründeter Gewässerunterhaltungsverband Helme/Ohne/Wipper will Arbeit im Januar 2020 aufnehmen.

Jochen Leßner (SPD), hier an der Wipperbrücke bei Pustleben, ist Chef des neuen Gewässerunterhaltungsverbandes Helme/Ohne/Wipper.

Jochen Leßner (SPD), hier an der Wipperbrücke bei Pustleben, ist Chef des neuen Gewässerunterhaltungsverbandes Helme/Ohne/Wipper.

Foto: Hans-Peter Blum

Das Land Thüringen stellt die Bewirtschaftung der Fließgewässer auf neue Füße. Laut neuem Wassergesetz sollen sich landesweit bis Mitte Oktober 20 neue Gewässerunterhaltungsverbände gründen. Damit reagiert der Freistaat auf neue Herausforderungen angesichts zunehmender Wetterextreme wie Starkregen und daraus entstehendes Hochwasser.

Im Landkreis Nordhausen hat sich der neue Gewässerunterhaltungsverband Helme/Ohne/Wipper am 29. August gegründet. Er besteht aus 38 Gemeinden und umfasst ein 1200 Quadratkilometer großes Gebiet, das von Leinefelde-Worbis im Westen (Eichsfeld) bis Sachsenburg im Osten (Kyffhäuserkreis) reicht. Mit Kindelbrück und Dünwald sind sogar zwei Gemeinden aus den Kreisen Sömmerda und Unstrut-Hainich vertreten. Dieser Verband regelt die Bewirtschaftung von Gewässern zweiter Ordnung, das heißt von kleinen Flüssen, Gräben und Bächen. Der Landkreis Nordhausen stellt mit 16 Gemeinden den größten Anteil und hat mit 705 von 1219 Stimmen auch das größte Gewicht.

„In der Vergangenheit sind diese Gewässer oft vernachlässigt worden. Manche Kommunen waren in Verbänden zusammengeschlossen, andere wiederum nicht“, erläutert Jochen Leßner (SPD), Bürgermeister von Wipperdorf und Vorstandschef des neuen Verbandes. Das Problem sei gewesen, dass sich mancherorts niemand für die Unterhaltung der Gewässer zuständig fühlte. Die Folge war Versumpfung oder das Zuwachsen der Gewässer. „Deshalb war Handeln dringend erforderlich“, so Leßner, der froh ist, dass sich die Landesregierung dem Thema angenommen hat.

In fünf Beratungen seien ab Mai die Grundlagen zur Bildung des Verbandes gelegt worden. Nach dessen Gründung Ende August würden jetzt die Vorbereitungen getroffen, damit dieser ab dem 1. Januar 2020 seine Arbeit aufnehmen kann. „So suchen wir per Ausschreibung im Staatsanzeiger einen Geschäftsführer und Verbandsingenieur“, erklärt Leßner. Weiter würden Sachbearbeiter und Flussarbeiter benötigt, insgesamt neun Personen. „Dann sind wir auf der Suche nach passenden Büroräumen und Unterstellmöglichkeiten für die Technik“, so Leßner weiter. Standortfavorit seien derzeit die Nordhäuser Stadtwerke in der Robert-Blum-Straße. „Und schließlich müssen die Unterhaltungspläne aufgestellt werden, in denen der Gewässerzustand, Maßnahmen zur Gewässerunterhaltung und Monitoring beschrieben sind“, erläutert der Verbandschef. Das soll bis Mitte 2020 geschehen.

Für die Mitgliedskommunen von besonderem Vorteil sei, dass die Kosten der Gewässerunterhaltung erstmals vollständig aus dem Landeshaushalt finanziert werden. „Für das laufende Jahr erhält unser Verband eine Anschubfinanzierung von 682.000 Euro, und im kommenden Jahr einen Zuweisungsbetrag von 1.056.600 Euro“, informiert Leßner. Dieses Geld werde zunächst für eine „schnelle Eingreiftruppe“ verwendet, die die dringendsten Aufgaben zu erledigen hat.

„Leider hat sich die Untere Wasserbehörde des Landkreises als zuständige Fachbehörde bislang nicht in den Prozess eingebracht“, bedauert der Verbandschef. Zählen könne er aber auf jeden Fall auf die Mitarbeit der Landwirte im Südharz, „die ein wichtiger Partner sind, ohne die fast nichts geht“, so Leßner. Diese Zusammenarbeit habe bislang bestens funktioniert.

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