Neustädter sammeln Unterschriften gegen Funkmast-Bau

Neustadt.  Mobilfunkanbieter will den Stadtberg für seinen 5G-Ausbau nutzen. Mehrheit der Dorfbewohner lehnt diesen Standort ab.

Einen solchen Sendemast eines Mobilfunkanbieters wollen viele Neustädter nicht auf ihrem Stadtberg haben.

Einen solchen Sendemast eines Mobilfunkanbieters wollen viele Neustädter nicht auf ihrem Stadtberg haben.

Foto: Archivfoto: Marco Kneise

Die Ablehnung überwiegt. Zumindest sind die Gegner lauter als die Befürworter. Deshalb haben Beobachter nach wie vor den Eindruck: Die Mehrheit der Neustädter sei gegen die Mobilfunk-Pläne auf dem Stadtberg.

Es fehlt noch der empirische Beweis. Aus dem Grund sammeln besorgte Bürger, zu denen Mario Keller und Roald Hesse gehören, Unterschriften im Ort. Sie wollen mit dieser Liste ihrer Abfuhr Nachdruck verleihen.

Worum geht’s? Ein Mobilfunkanbieter will auf dem Stadtberg in Neustadt eine Antenne errichten. Dem Vernehmen nach sei die Anlage 54 Meter hoch. So soll das Supernetz 5G in den Luftkurort kommen. Etliche Dorfbewohner wollen das ultraschnelle Internet aber gar nicht. Sie befürchten gesundheitliche Risiken und schauen misstrauisch auf die elektromagnetische Strahlung. Die Nähe zum Kindergarten – etwa 100 Meter – ist auch ein Grund, warum so viele Neustädter diesen Funkmast-Bau ablehnen.

Lokalpolitisch sind die Weichen gestellt. Der Neustädter Ortschaftsrat lehnt das Vorhaben einstimmig ab. Ortsbürgermeister Dirk Erfurt (Grüne) findet öffentlich ebenfalls klare Worte: „Ich möchte die Mobilfunkantenne dort auch nicht.“

Und Stephan Klante (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Harztor, misst dem geplanten 5G-Ausbau keine größere Bedeutung für den Tourismus bei, wenn er den Neustädtern sagt, dass er Urlaubsorte im Funkloch bevorzuge.

Doch das Projekt ist noch nicht vom Tisch. Und sollte am Ende der Harztor-Gemeinderat das letzte Wort haben, muss der Ausgang nicht unbedingt der Neustädter Absage entsprechen.

Denn je weiter entfernt vom Stadtberg die Südharzer wohnen, umso mehr wundern sie sich über die Neustädter Abwehrhaltung. Auch Armin Schäfer (CDU) vom Ilfelder Ortschaftsrat staunt: „Ich kann den Widerstand nicht verstehen. Sonst wollen doch immer alle schnelles Internet.“ Ebenso blicken die Sophienhofer ein wenig irritiert nach Neustadt. Die Bewohner des nördlichsten Thüringer Dorfes wären wohl nicht so rebellisch. „Wir leben ja hier noch im digitalen Mittelalter“, ärgert sich Wolfgang Jörgens.