Nordhäuser Horizont-Verein reicht Jugendlichen bei Problemen die Hand

Nordhausen.  Das kostenlose Modellprogramm „Jugend stärken im Quartier“ wird fortgesetzt und hilft bei der Berufswahl, familiären Sorgen und vielem mehr.

Von links: Andrea Köhler, Dustin Manz, Daniela Och und Antonie Rehfeldt vom Horizont-Verein in Nordhausen sind verantwortlich für das Projekt "Jugend stärken im Quartier".

Von links: Andrea Köhler, Dustin Manz, Daniela Och und Antonie Rehfeldt vom Horizont-Verein in Nordhausen sind verantwortlich für das Projekt "Jugend stärken im Quartier".

Foto: Pauline Etzold

Jugendliche beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen – dieses Ziel haben sich Andrea Köhler, Dustin Manz und Daniela Och vom Horizont-Verein in Nordhausen zur Aufgabe gemacht. Ein von ihnen betreutes Projekt geht nun in die zweite Förderrunde: Das anonyme und kostenlose Modellprogramm „Jugend stärken im Quartier“ bietet jungen Menschen zwischen 12 und 26 Jahren Hilfe bei unterschiedlichen Problemlagen an: Ob Sorgen im familiären Umfeld, im Freundeskreis oder über die berufliche Perspektive – der Verein hilft mit Rat und Tat, etwa durch die Vermittlung an regionale Arbeitgeber oder einen Berufswahltest.

Bei Bedarf wird Kontakt zur Berufsberatung der Arbeitsagentur geknüpft. Auch beim Schreiben von Bewerbungen werden die Schützlinge unterstützt. Dafür herrsche eine starke Anbindung an diverse Schulen. „Allerdings meist zu Regelschulen, da sich Gymnasien dem Projekt leider scheu entgegen stellen und keine Notwendigkeit sehen“, gibt Daniela Och zu bedenken. Ziel des Projekts sei es, individuelle Hürden auf dem Weg zur Ausbildung und Arbeit zu überwinden. Außerdem soll eine berufliche sowie soziale Integration ermöglicht werden. „In der Regel begleiten wir einen Teilnehmer bis zu 18 Monate, natürlich gibt es immer Ausnahmen“, sagt Andrea Köhler. „Jugendliche müssen keine Scheu haben, sich an uns zu wenden, wir unterstehen einer Schweigepflicht. Alles ist anonym“, fügt Och hinzu.

Das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ wurde 2015 ins Leben gerufen, schon in der ersten Förderperiode gab es 303 reine Beratungskunden. „Nun befindet sich das Programm seit Januar in der zweiten Phase und es wird immer mehr angenommen“, sagt Och.

Bis Juni 2022 existiert ein offener Zugang zum Modellprojekt. Die Teilnahme ist freiwillig. Ihre Zusammenarbeit mit Schulsozialberatern und der Berufsberatung erleichtert den Teilnehmern viele Situationen.

Der Begriff Quartier ergibt sich aus den unterschiedlichen Einsatzgebieten. Neben Nordhausen und Heringen werden auch Ellrich, Harztor und die Gemeinde Bleicherode abgedeckt. „Die Standorte des Projektes verteilen sich über alle Bundesländer und wir stehen in einem ständigen Austausch. Innerhalb des Programmes arbeiten wir mit den Teilnehmern an verschiedenen Mikroprojekten wie zum Beispiel die Neugestaltung des Kinos in Bleicherode“, berichtet Och.

Dieses Angebot diene der Aufwertung des Wohnumfeldes, der Förderung des sozialen Miteinanders sowie der Schaffung von Chancengleichheit. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesfamilienministerium und das Bundesinnenministerium sowie den Europäischen Sozialfonds.

Zu finden sind die Projektberater des Horizont-Vereins in der Elisabethstraße 13 in Nordhausen. Die Projektkoordinierungsstelle befindet sich im Landratsamt Nordhausen. Ansprechpartnerin dort ist Daniela Lutze.

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