Nordhäuser Lars Gottert hat sich in schwierigem Markt behauptet

Nordhausen  Die Kantine in der Halleschen Straße wird 2020 zehn Jahre alt. Der Nordhäuser kehrte vom hektischen Berlin in Südharz zurück.

Lars Gottert betreibt seit neun Jahren seine Kantine in der Halleschen Straße in Nordhausen. Vorher war er Geschäftsleiter in der Nobas-Kantine.

Lars Gottert betreibt seit neun Jahren seine Kantine in der Halleschen Straße in Nordhausen. Vorher war er Geschäftsleiter in der Nobas-Kantine.

Foto: Hans-Peter Blum

Die Rolandstadt besitzt im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine große Zahl an Kantinen. Gut ein Dutzend Küchen streiten in Nordhausen um die Kundschaft, etwa die Hälfte davon sind in privater Trägerschaft. Lars Gottert hat im September 2010 seine Kantine in der Halleschen Straße eröffnet, sie ist eine der größten Küchen in Nordhausen.

„Wir verkaufen täglich Essen im vierstelligen Bereich“, berichtet der Geschäftsführer. Sein Unternehmen sei sehr breit aufgestellt. Neben dem Mittagessen für die private Kundschaft beliefert er auch sechs Schulen im Südharz und im Kyffhäuserkreis. Essen auf Rädern sei ebenso im Angebot wie Catering für Familienfeiern oder Firmenveranstaltungen.

„Unser Schnitzel ist hand­paniert und die Roulade selbstgerollt“, betont er. Das sei heute nicht mehr selbstverständlich. Es gebe auch Bio-Gerichte wie etwa Wild aus der Rüdigsdorfer Schweiz. Alle saisonalen Produkte stammen aus der Region. „Wir legen großen Wert auf die Qualität unserer Produkte. Deshalb haben wir auch das Motto ‚Essen wie bei Muttern‘ gewählt“, sagt der Nordhäuser.

Angesichts der großen Konkurrenz in der Rolandstadt setzt Gottert neben der Qualität auch auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. „Wir verzichten bewusst auf eine großflächige Werbung und vertrauen da eher auf die Mund-zu-Mund-Propaganda“, betont Gottert. Damit sei man bislang sehr gut gefahren.

Der 46-jährige Nordhäuser kann sich auf ein gut motiviertes Team verlassen. Mehr als 20 Mitarbeiter hat er im Unternehmen, darunter drei Köche. „Bei uns bleiben die Mitarbeiter sehr lange“, verweist er auf eine sehr geringe Fluktuation im Team. Das sei auch deshalb wichtig, weil gute Fachkräfte heutzutage Mangelware sind.

Das Kochen liegt bei Lars Gottert in der Familie. Seine Mutter Ingrid hat die Kantine der Nobas betrieben. Der Sohn lernte in den Vorwende-Jahren Maschinen- und Anlagenmonteur bei dem Nordhäuser Großbetrieb. „Ich bin dann nach Berlin gegangen, habe dort Anfang der 90er-Jahre eine kaufmännische Ausbildung gemacht“, berichtet Gottert. Er gab Seminare in psychologischer und kaufmännischer Schulung für Wirtschaftsunternehmen.

„Ich hatte eine Sieben-Tage-Woche, war ständig unterwegs und pendelte zwischen Berlin und Süddeutschland“, erinnert er sich. Nach zehn Jahren hatte er von diesem Stress genug. „Ich wollte zurück in meine Heimat und mehr Zeit für meine Familie haben“, sagt der Nordhäuser.

Im Jahr 2002 kehrte er zurück in den Südharz und stieg in den Betrieb seiner Mutter in der Nobas ein. „Ich war in der dortigen Kantine als Geschäftsleiter tätig und sorgte dafür, dass die Zahlen wieder besser wurden“, erzählt Lars Got­tert. 2010 sei dann die Zeit reif gewesen für einen Neubau in der Halleschen Straße unter eigener Regie.

In Nordhausen ist alles überschaubar

Diesen Schritt hat der Nordhäuser nie bereut. „Hier ist im Gegensatz zur Großstadt alles überschaubar, hier fühle ich mich wohl und bin ich zu Hause“, führt er aus. Seine Frau Ewa, mit der er seit 20 Jahren verheiratet ist, arbeitet als Musiktherapeutin am Südharz-Klinikum. „Ich engagiere mich auch ehrenamtlich, etwa im Förderverein der Albert-Kuntz-Schule, und mache viele Projekte“, unterstreicht der Südharzer.

Im nächsten Jahr wird Got­terts Kantine zehn Jahre alt. „Im September 2020 soll groß gefeiert werden. Dann planen wir mit unseren treuen Kunden ein tolles Fest“, blickt der Nordhäuser schon einmal voraus.

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