Nordhausen: Nur 65 Prozent der Betten im Südharz-Klinikum sind belegt

Jens Feuerriegel
Guido Hage, Geschäftsführer des Südharz-Klinikums, sorgt sich um die Zukunft der Krankenhäuser und fordert ebenso schnelle wie unkomplizierte Hilfe von der Bundespolitik.

Guido Hage, Geschäftsführer des Südharz-Klinikums, sorgt sich um die Zukunft der Krankenhäuser und fordert ebenso schnelle wie unkomplizierte Hilfe von der Bundespolitik.

Foto: Marco Kneise

Nordhausen.  Corona-Krise: Geschäftsführer Guido Hage sieht die derzeit fehlende Planungssicherheit als zunehmendes Problem für alle Krankenhäuser.

Ist der Betrieb eines Krankenhauses zurzeit noch planbar? „Wir fahren nur auf Sicht“, sagt Guido Hage, Chef des Südharz-Klinikums. Die Corona-Krise ist für alle Mediziner eine große Last. Und für Krankenhäuser sieht Hage die fehlende Planungssicherheit als ein zunehmendes Problem.

Voriges Jahr war ein Rettungsschirm aufgespannt. Da glich der Bund die pandemiebedingte Minderbelegung der Kliniken aus. Das Geld floss kontinuierlich. Dieses Jahr sind die Zahlungen momentan nur bis zum 11. April verlängert worden. „Und dann?“, fragt Hage. „Im Normalfall erreicht unser Klinikum bei einer Belegung von 85 Prozent den Ausgleich zwischen den Einnahmen aus dem Budget der Krankenkassen und unseren variablen Ausgaben.“ Aber momentan sei das Nordhäuser Krankenhaus mit 65 Prozent weit entfernt von der Normalität.

Zügiges und vor allem verlässliches Handeln gefordert

Guido Hage ist Vorstandsmitglied der Landeskrankenhausgesellschaft. Diese fordere von der Bundespolitik „ein zügiges und vor allem verlässliches Handeln, damit auch in diesem Jahr die Erlös-Rückgänge abgesichert werden können“.

Viele Menschen seien verunsichert, scheuen den Aufenthalt in einer Klinik. Daran werde wohl auch die Zeit nach der Pandemie so schnell nichts ändern. Hage befürchtet im Klinikum „mittelfristige Mindereinnahmen von zehn Prozent“. Und er vermisst Aussagen des Gesetzgebers, „wie diese Mindereinnahmen, die unser Haus nicht zu verantworten hat, wirtschaftlich abgefedert werden“.

Sorgen bereiten die explodierenden Sachkosten

Entscheide allein die Betriebswirtschaft, müsste man Personal einsparen. Aber Hage sei froh, dass er das aktuelle Personal zur Verfügung hat, betont er.

Sorgen bereiten die explodierenden Sachkosten. Nahezu alle medizinischen Produktkategorien seien betroffen, berichtet Hage. „Die haben sich mitunter verdoppelt.“

Auf politischer Ebene laufen viele Gespräche. Aber die Hilfe müsste schnell und unkompliziert sein.