Quereinsteiger an Schulen sollten mehr unterstützt werden

Nordhausen  Nordthüringer Unternehmerverband lädt zu Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in die Nordhäuser Herzschlagkirche ein.

Bei der Podiumsdiskussion standen im Podium: Rüdiger Neitzke (Grüne), Anika Gruner und Dagmar Becker (SPD), Birgit Keller (Linke), Thomas Müller (Moderator), Steffen Iffland, Carolin Gerbothe, die bei den Christdemokraten als Direktkandidatin auf Egon Primas (alle drei CDU) folgt, Carsten Dobras und Otmar Ganter (FDP), Andreas Leupold sowie René Strube (AfD). Entschuldigt waren Sylvia Spehr (Grüne) und Katja Mitteldorf (Linke).

Bei der Podiumsdiskussion standen im Podium: Rüdiger Neitzke (Grüne), Anika Gruner und Dagmar Becker (SPD), Birgit Keller (Linke), Thomas Müller (Moderator), Steffen Iffland, Carolin Gerbothe, die bei den Christdemokraten als Direktkandidatin auf Egon Primas (alle drei CDU) folgt, Carsten Dobras und Otmar Ganter (FDP), Andreas Leupold sowie René Strube (AfD). Entschuldigt waren Sylvia Spehr (Grüne) und Katja Mitteldorf (Linke).

Foto: Marco Kneise

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Verdient es denn Rot-Rot-Grün, noch einmal zu regieren? Mit dieser Frage läutete Thomas Müller, Leiter der Nordhäuser Traditionsbrennerei, die Podiumsdiskussion zur Landtagswahl im Oktober in der Herzschlagkirche ein, zu der am Montag der Nordthüringer Unternehmerverband (NUV) eingeladen hatte. Im Podium standen die Direktkandidaten für die Wahlkreise I und II. Dazu gehörten Rüdiger Neitzke (Grüne), Anika Gruner und Dagmar Becker (SPD), Birgit Keller (Linke), Steffen Iffland und Carolin Gerbothe (CDU), Carsten Dobras und Otmar Ganter (FDP) sowie Andreas Leupold und René Strube (AfD). Entschuldigt waren Sylvia Spehr (Grüne) und Katja Mitteldorf (Linke). Egon Primas (CDU) stand als Landtagsabgeordneter auch im Podium.

Die erste Antwort im Rahmen der Diskussion gab Birgit Keller, die bereits im Landtag sitzt. „Ich denke schon, dass Rot-Rot-Grün es noch einmal verdient hat, zu regieren. Wir haben vieles in den vergangenen Jahren umsetzen können: Schulbau, Investitionen in die Infrastruktur und auch in der Landwirtschaft hat sich einiges bewegt“, zählte sie nur einige Beispiele auf. Doch es gebe auch in Zukunft noch einiges zu tun. „Da wär‘ ich gern dabei“, so die Ministerin. Egon Primas – ebenfalls Landtagsmitglied – schoss sofort dagegen: „Wir warten jeden Tag darauf, dass die Regierung abgewählt wird. Es reicht!“, machte er den Standpunkt der Christdemokraten deutlich. Vor allem bemängelte Egon Primas, dass sich bei den Schulen nicht gerade viel getan habe. „Es fehlen Lehrer“, argumentierte er. SPD-Abgeordnete Dagmar Becker sprach sich wie ihre Kollegin Birgit Keller für eine weitere Amtszeit der Rot-Rot-Grünen Regierung aus.

Doch zunächst muss den Kandidaten der Einzug gelingen. Wie stehen sie zum Thema Industriegebiet Goldene Aue, wollte Thomas Müller wissen. „Wir haben dort wertvollen Acker umgewandelt, sind aber leider nicht da, wo wir sein sollten“, räumte Birgit Keller ein. Doch sie sehe den Zug für das Gebiet längst noch nicht abgefahren. AfD-Politiker Andreas Leupold schimpfte, dass sich 30 Jahre lang nichts getan hätte und sich das dringend ändern müsse.

Abgehängt fühle sich der Südharz auch in Sachen Tourismus, leitete der Moderator geschickt zur nächsten Frage über. „Was kann da gemacht werden“, fragte er in die Runde. Steffen Iffland sprach sich dafür aus, mehr für die Region mit Projekten zu werben, die für sie sprechen. Ein Raunen ging durch das Publikum, als Dagmar Becker das Gespräch in Richtung Biosphärenreservat lenkte. „Wenn wir so eines hier hätten, dann kämen auch mehr Leute hierher“, argumentierte sie. Doch nur mit dem Harz zu werben, halte sie für zu wenig. An dieser Stelle hakte Rüdiger Neitzke ein und verwies auf das Projekt Harzer Wandernadel. „Wir müssen den Harz als Ganzes sehen, dann hat der Tourismus eine Chance“, sagte er.

Beim Thema Klimawandel und Wald waren sich alle weitestgehend einig, dass die durch den Borkenkäfer abgestorbenen Bäume so schnell wie möglich aus den Wäldern raus müssen und nachgepflanzt wird. CDU und AfD sprachen sich dafür aus, auch Schüler mit ins Boot zu holen, „die Freitag demonstrieren gehen“. Zudem klärte Thomas Müller ab, wie denn die Kandidaten zum Thema Braunkohleausstieg stehen, durch den auch die Produktion von Rea-Gips wegfällt. „Wir brauchen Alternativen“, brachte es Steffen Iffland auf den Punkt. Dem schlossen sich fast alle an.

Diskussionsstoff lieferte der Lehrermangel an Schulen. Während Birgit Keller Thüringen da auf einem guten Weg sieht, plädiert Steffen Iffland dafür, alles daran zu setzen, die eigenen Leute im Land zu halten. Andreas Leupold sprach sich dafür aus, „mehr die Regelschulen zu stärken, da es zu viele Gymnasiasten gibt“. Mehr Qualität an den Schulen wünscht sich Otmar Ganter von der FDP. Und Rüdiger Neitzke findet, dass mehr Quereinsteiger unterstützt werden sollten. Bei der letzten Frage, wer denn mit wem zusammenarbeiten würde, waren die Antworten vielfältig. „Wir arbeiten mit jedem zusammen, der Thüringen voranbringen will“, betonte Steffen Iffland (CDU). Die FDP will laut Carsten Dobras mit demokratischen Parteien zusammenarbeiten. Die AfD kann sich laut René Strube die CDU als Junior-Partner vorstellen. Grüne, SPD und Linke wollen Rot-Rot-Grün fortsetzen.

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