Schnitzeljagd à la Nordhausen

Peter Cott regen die Hinterlassenschaften vieler Hundehalter am Wegesrand auf.

Peter Cott

Peter Cott

Foto: Martin Kappel

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Wenn ich eine der Schlagzeilen aus 2019 benennen müsste, die mir ans Herz ging, wäre es wohl die einer Berliner Schnitzeljagd. Wie echte Schatzsucher müssen sich Grundschüler gefühlt haben, als sie im Mai tatsächlich auf wertvolles Gut stießen: Fanden sie doch einen einen „Räuberschatz“ aus gestohlenen Schmuckkästchen. Das Happy-End: Durch Zufall fand sich auch die rechtmäßige Besitzerin.

Warum ich das erzähle? Nun, auch ich war neulich auf Schnitzeljagd. Meine führte am Nordhäuser Zorge-Ufer entlang. Machen Sie am Van-der-Foehr-Damm den Test: In bald jedem Gebüsch, in jeder zweiten Astgabel und jedem dritten Astloch findet sich ein Hundekotbeutel. Die kleine Schatzsuche erstreckt sich zwischen Krimderode und Gerhart-Hauptmann-Straße. Nur das Happy-End erschließt sich mir nicht. Endet diese Schatzsuche doch stets in fast leeren Mülleimern. Warum liegen darin keine Beutel?

Wartet am Ende meiner Schnitzeljagd also wieder ein Rätsel? Etwa die Frage, ob die Stadt nicht genügend Abfallkörbe aufstellt? Oder warum jemand, der nicht einmal die Geduld aufbringt, eine Plastiktüte 500 Meter weit zu tragen, sich ausgerechnet ein Haustier anschafft? Es ist eine Sauerei, bald schlimmer als die eigentliche Tretmine.

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