Sichtung bei Ellrich: Ist es ein Wolf?

Sülzhayn.  Video sorgt in sozialen Medien für Aufsehen. Experten sind skeptisch und glauben eher an spezielle Hundeart.

Fotovergleich: Das linke Bild zeigt einen Screenshot des bei Sülzhayn entstandenen Videos, das rechte einen Wolf.

Fotovergleich: Das linke Bild zeigt einen Screenshot des bei Sülzhayn entstandenen Videos, das rechte einen Wolf.

Foto: Marco Kneise

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Für großes Aufsehen im Internet sorgt derzeit das Video eines mutmaßlichen Wolfs, der bei Sülzhayn gesehen wurde. Gelungen ist der Mitschnitt dem Neustädter Gerd Müller, der am 1. Januar als Taxifahrer an der Szene vorbeikam. Seine zwölfsekündige Aufnahme zeigt das Tier, wie es am Straßenrand an einem toten Reh frisst, und wurde allein bei Facebook mittlerweile bald 550 Mal geteilt. Die rund 200 Kommentare sind allerdings vor allem durch Skepsis geprägt. Es handele sich eher um einen Hund, so die Vermutung vieler.

Dieses Video entfacht Debatte um Wolf im Kreis Nordhausen
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Wohl zu recht, wie eine Anfrage bei Thüringer Landesamt für Umwelt ergibt: Auf dem Video sei nach Auswertung durch Fachleute ein Hund zu sehen, erklärt Pressesprecherin Katrin Trommer-Huckauf. Auch Niels Neu, Mitglied in der Interessengemeinschaft zur Rettung des Rotwildes und selbst Jäger, hält die Sichtung für einen Hund. Womöglich handele es sich um einen Vertreter der Rasse Laika, bleibt er vorsichtig.

Im Februar und März häufen sich Wolfssichtungen

Völlig unwahrscheinlich sind Sichtungen des Raubtieres jedoch nicht. Luchse beispielsweise seien schon gesehen worden, weiß Neu. „Außerdem sind im Rahmen des Luchsprojektes bei Ilfeld mit Hilfe von Wildtierkameras im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres Wolfsfotos entstanden“, ergänzt Trommer-Huckauf. Hinweise für einen residenten Wolf im Südharz fehlen laut Landesamt aber. Sichtungen sind deshalb aber nicht völlig unmöglich, wie sich vom Rissgutachter des Thüringen-Forsts, Jürgen Boddenberg, erfahren lässt. Demnach verlassen geschlechtsreife Wölfe gerade in den Monaten um Februar und März ihre angestammten Rudel. Diese Wanderschaft führe zu gehäuften Sichtungen.

Auch der Urheber des Videos will nicht ganz vom Glauben an einen Wolf ablassen. Mehrere Jäger hätten ihm bestätigt, dass es sich um einen solchen handele. „Und ich kenne keinen Hund, der Aas frisst“, gibt Müller zu bedenken.

Im Landesamt werden Sichtungen übrigens auch unabhängig von ihrer Bewertung durch Fachleute in einer Datenbank abgespeichert, erklärt Trommer-Huckauf. „Hinweise aus der Bevölkerung sind grundsätzlich sehr wichtig und helfen beim landesweiten Monitoring“, wirbt sie um Mithilfe.

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